HUDE - „Aaaaaaaaa, Aaaaaaaaa“ – der Refrain von Uriah Heeps größtem Erfolg „Lady in black“ übertönt das Vogelzwitschern. Die Sänger Stefan Isenberg und Ralph Coquette sitzen auf einer Holzterrasse mit Blick auf den See, der zu Isenbergs Grundstück am Wübbenhorster Weg gehört. Isenberg greift in die Saiten seiner Akustikgitarre, Coquette sitzt auf einem Cajón und trommelt den Rhythmus. Das aus Kuba und Peru stammende Percussioninstrument dient ihm als Ersatz für Bassdrum und Snare.
„She came to me one morning, one lonely Sunday morning”, singt Isenberg. Gemeinsam probt das Duo für seinen Auftritt am nächsten Dienstag, 7. Juli, in der Klosterremise. „Wir werden Songs spielen, die uns bewegen“, kündigt Stefan Isenberg an. Das sind überwiegend Stücke aus den 60-er und 70-er Jahren von Pink Floyd, den Rolling Stones, Bob Dylan und The Who. „In dieser Zeit sind wir stehen geblieben“, nickt Ralph Coquette, „in diesen Songs stecken unglaublich viele Metaphern.“
Dass Coquette und Isenberg musikalisch auf einer Wellenlänge liegen, haben sie schnell gemerkt. „Wir haben die selbe Musik im Blut“, sagt Isenberg. Bei beiden ist es noch nicht lange her, dass sie sich für Hude als Lebensmittelpunkt entschieden haben. Coquette kam aus Ibbenbühren in die Klostergemeinde, die ihm durch Verwandtenbesuche in der Kindheit und Jugend vertraut war. Isenberg hat als Landschaftsgärtner einen eigenen Betrieb in Hamburg aufgegeben und sich in seinem Elternhaus am Wübbenhorster Weg gemeinsam mit Lebensgefährtin Kerstin Döring zur „Unruhe gesetzt“. Seit seinem 13. Lebensjahr macht er öffentlich Musik. „Früher habe ich gestottert, aber auf der Bühne war davon nie etwas zu spüren, da war ich immer frei“, erzählt der 55-Jährige, der sowohl als Straßenmusiker im Bremer Schnoor als auch vor 10 000 Menschen in der Londoner Royal Albert Hall gespielt hat. Als Musik- und Zauberclown „Stefan Riesenzwerg“ ist er nach wie vor stark gefragt.
Komödiantisches Naturtalent besitzt auch Ralph Coquette. „Manchmal frage ich mich, wer von uns beiden der Clown ist“, schmunzelt Isenberg. „Man soll schon merken, dass uns die Musik Spaß macht“, sagt Coquette. Seinen musikalischen Partner hat der 49-Jährige bei den „Huder Gospelsingers“ kennen gelernt. Zueinander gefunden haben sie durch die Reihe „Live-Musik in der Remise“. Nach zwei, drei gemeinsamen Proben hatten sie auf Anhieb 60 Stücke beisammen, die ihnen Coverversionen wert sind. Das Duo gab sich den Namen „Friendly Jammin’“. „Wir haben eben eine freundliche Ausstrahlung“, lacht Coquette, „und wir sind offen für Leute, die mitspielen wollen.“ „Wir machen das ohne Perfektionsanspruch“, ergänzt Isenberg.
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