HUDE - Im evangelischen Kindergarten „Regenbogeninsel“ kennen alle die Handpuppe „Professor Kleinstein“. Die schrullige Figur kommt bereits seit mehreren Jahren zum Einsatz, wenn es gilt, bei den Kleinen Experimentierfreude zu entfachen. Vor rund drei Monaten stellte der Professor die Kinder vor eine knifflige Aufgabe: Er brachte die drei Grundfarben Rot, Blau und Gelb mit, wünschte sich aber unbedingt ein Bild in grüner Farbe von den Nachwuchs-Künstlern.
So lautete die Ausgangslage für ein Farbprojekt, dessen Verlauf und Ergebnisse in einer Ausstellung dokumentiert sind, die seit Dienstag in der Huder Volksbank zu sehen ist. Dabei haben die Kinder Farben, Materialien, Mal- und Mischtechniken sowie Kunstwerke kennen gelernt. Beteiligt waren 25 Vorschulkinder, die „grüne Gruppe“ aus dem Kindergarten mit 18 Mädchen und Jungen im Alter von zwei bis fünf Jahren sowie die Krippenkinder.
Die künftigen Erstklässler haben kleine Schwämme in Farbnäpfe gedrückt, emsig blau und grün über die Leinwand gewischt und gelb und rot getupft. So ungefähr muss der berühmteste Maler des Wiener Jugendstils, Gustav Klimt (1862 bis 1918), seine Kunstwerke geschaffen haben. Sie gehören heute zu den teuersten der Welt. Erzieherin Tanja Thal hält ein Bild mit einer bunten Blumenwiese hoch – Erik hat es an vier Vormittagen im Kindergarten gemalt, Klimts Werk „Bauerngarten mit Sonnenblumen“ war das Vorbild.
Die „grüne Gruppe“ hat sich an Eva Hellers Buch „Die wahre Geschichte von allen Farben“ orientiert. Dabei näherten sich die Kinder den Farben nicht nur künstlerisch, sondern auch im Alltag: „Wir haben an einem Tag nur rote Kleidung getragen und an einem anderen nur gelbe Lebensmittel gegessen“, berichtet Erzieherin Melanie Witte.
Die Krippenkinder lernten derweil mit Stempeln zu drucken, malten Klecksbilder und erfreuten sich am grünen Wackelpudding.
Nachdem die Resultate des Farbprojekts bereits auf Elternabenden präsentiert wurden, werden die Werke nun bis zum 14. Juni in der Volksbank (Auf der Nordheide 1) während der Geschäftszeiten gezeigt. „Das ist eine schöne Belohnung für die Kinder“, findet Kindergarten-Leiterin Anke Jacobs.
