HUDE - Hauptschüler haben sich mit Gewalt auseinander gesetzt. Innerhalb einer Woche wurde ein Theaterstück auf die Beine gestellt.

von Thomas Bücher

HUDE - Im Forum der Peter-Ustinov-Schule ist es dunkel. Viele Kinder reden durcheinander. Der Spot geht an, es wird ruhiger. Es ist Freitagmittag, 12.15 Uhr. Heute steht etwas Besonderes auf dem Stundenplan: Die 19 Schüler der 7 H b führen ein kurzes Theaterstück auf. Eine Woche lang haben sie geprobt, auf diese Aufführung hingearbeitet. Sie haben sich zusammen mit Lehrern und Pädagogen mit dem Thema Gewalt auseinander gesetzt und daraus ein halbstündiges Theaterstück entwickelt, das sie nun aufführen.

Fabian betritt die Bühne. Nachdem er sie einmal überquert hat, stellt er sich in die hintere rechte Ecke und beginnt, auf einer Trommel einen Rhythmus zu schlagen. Nach und nach treten acht seiner Mitschüler auf. Sie verteilen sich gleichmäßig auf der Bühne und verschränken die Arme vor der Brust. Fabian unterbricht sein Trommeln, begibt sich nach vorn, hebt einen Mitschüler von seinem Platz und steht nun an seiner Stelle dort. Nun sucht sich sein vertriebener Mitschüler auf die gleiche Weise einen Platz. Das pflanzt sich über die ganze Bühne fort. Jeder bekommt einen neuen Platz – doch immer nur mit sanfter Gewalt.

Die Kinder haben gemeinsam mit den Theaterpädagogen Jörg Kowollik und Ludmilla Euler und der Sozialpädagogin Insa Coordes eine Woche lang, jeden Tag von 8 bis 13 Uhr, im Kulturhof geprobt. Am Ende stehen zwei Aufführungen: eine für Mitschüler, eine für Eltern.

Kowollik hat solche Projekte schon häufiger unternommen und weiß, dass sie den Zusammenhalt in der Klasse fördern. Auch Klassenlehrer Johann Tönjes erkennt erste Fortschritte: Die Klasse sei besonders zerrissen gewesen, „und das hat sich schon geändert.“ Auch die Hauptschüler sehen das ähnlich. Fabian sagt über das Projekt: „Wir hatten erst Probleme in der Klasse, aber das ist jetzt besser geworden.“

Den Pädagogen sei es wichtig gewesen, dass die Schüler sich auch in das Stück einbringen, so Euler. So sei etwa der Musikgeschmack der Schüler, deren Ideen für Choreographien in die Aufführung eingeflossen. Am Ende der Vorstellung sind alle begeistert und die Mitschüler spenden heftig Applaus.