HUDE - HUDE - Pony Karlchen ist nur 80 Zentimeter groß, aber der unangefochtene Liebling der Huder Ponykids. Das Shetlandpony ist bekannt für seinen Dickkopf und Eigenarten. Insbesondere die neunjährige Pauline und ihre achtjährige Freundin Elena sind ganz vernarrt in den Wuschelkopf.

Vor der Reitstunde der Huder Ponykids steht das Putzen der Vierbeiner auf dem Programm. Karlchen hat dazu eigentlich keine Lust und buckelt durch die Stallgasse. Pauline und Elena bleiben aber hartnäckig: „Jetzt bleib doch mal stehen.“ Mit vereinten Kräften gelingt ihnen aber doch, das Pony zu zähmen: Pauline hält Karlchen fest und Elena kümmert sich um die Pflege.

Ansonsten erinnert am Dienstagnachmittag in der Halle des RC Hude wenig an den normalen Reitbetrieb. In der Halle stehen rund 20 Kinder und studieren Tanzbewegungen ein. Sigrid Herden, die zusammen mit Anke Mangels die Ponykinder des RCH betreut, löst das Rätsel auf: „Wir studieren ein Musical ein, das wir beim Ponyturnier am ersten Aprilwochenende vorführen wollen.“

Die Vorbereitungen dazu laufen auf Hochtouren: Eltern nähen Kostüme, in der Halle wird der Ablauf einstudiert und Regisseurin Sigrid Herden verteilt die Rollen. Die Kinder werden sich am zweiten und dritten April in Elefanten, Giraffen und andere Tiere verwandeln, denn sie werden den „König der Löwen“ aufführen. Die Hauptrolle spielen die sechs vereinseigenen Ponys.

„Bei uns werden die Kinder spielerisch an den Pferdesport herangeführt“, erklärt Herden. Stures Abteilungsreiten und modisch gekleideter Reitschüler seien überholt. Zu Beginn lernen die Kinder den Umgang mit dem Pferd. Hierzu gehört das Putzen sowie das Aufräumen der Stallgasse. Danach geht es an die Longe. Ähnlich wie beim Voltigieren lernen die Schüler, das Gleichgewicht zu halten und bauen so Vertrauen auf. Sigrid Herden reguliert das Tempo und erklärt den Kindern alles.

Dann ist es endlich soweit und die erste richtige Reitstunde beginnt. „Es ist schon toll, die leuchtenden Augen der Kinder zusehen, wenn sie ihre ersten Runden in der Halle drehen“, schwärmt die Reitlehrerin.

Danach geht es Schritt für Schritt weiter. Dazu gehört auch das Reiten verschiedener Lektionen in Schritt, Trab und Galopp dazu. Die Fortgeschrittenen dürfen sogar auf Turnieren in Dressuren und Springen der Klasse E starten, aber wichtig ist die Abwechslung. So gehören Ausritte zum Programm oder es wird mit einem großen Massageball „Ponyfußball“ gespielt. Auch das Durchreiten von Toren und andere

Geschicklichkeitsaufgaben spielen beim Unterricht eine tragende Rolle. „Reiten muss abwechslungsreich sein, denn sonst verlieren die Kinder die Lust“, erklärt Sigrid Herden.

Karlchen sieht mittlerweile aus wie aus dem Ei gepellt und dreht zusammen mit Pauline Runden in der Reithalle. „Der ist ja richtig artig. Der will bestimmt bei der Aufführung eine Hauptrolle haben“, sagt eines der Kinder und lacht.