HUDE - Wenn Sascha Baltrock ins Reden kommt, dann kann in kaum etwas stoppen. Man merkt dem 38-Jährigen seine Leidenschaft für Bücher an. Aber nicht Welterfolge wie Harry Potter oder Bücher von Henning Mankell haben es dem Maler und Lackierer angetan. In seinen Regalen stehen dicke Wälzer über Deutsche Geschichte, Archäologie und zahlreiche Autobiografien.
Im Obergeschoss seines Hauses hat sich der Huder mit seinen Büchern eingerichtet. Wie viele es sind, weiß er nicht. Zwischen 700 und 1000 Stück dürften es sein, schätzt er. „Meine kleine Bibliothek ist für mich ein Ort, an den ich mich zurückziehen kann“, so der Familienvater.
Die Begeisterung für geschichtliche Themen packte ihn in seiner Jugend. Vor allem die Thematik um den ägyptischen Pharaon Tutanchamun hatte es dem 38-Jährigen angetan. An sein erstes Buch kann er sich noch gut erinnern. Es war ein Buch der Reihe „Terra X“. Heute sind es vor allem Adelsgeschichten, mit denen sich Sascha Baltrock beschäftigt.
Über die Jahre eignete er sich einen großen Fundus an Wissen an. „Ich bezeichne mich selber als Hobby-Historiker“, sagt Sascha Baltrock. Der Haken an seinem Hobby ist nur, dass ihm die Gesprächspartner fehlen. „Meine Frau findet die Bücher langweilig. Auch meine Kinder können damit nicht viel anfangen“, so der 38-Jährige. Zu seinen Lieblingsbüchern zählt er „Philipp zu Eulenburg“ von R.C. Muschler und „Ereignisse und Gestalten 1878 bis 1918“ von Wilhelm II.
Aber auch die Geschichte seiner eigenen Familie interessiert Sascha Baltrock. Daher betreibt er Ahnenforschung. „Ich bereue es, dass ich nie wirklich mit meinem Großvater über den Krieg gesprochen habe“, so Baltrock. „Wir haben nur noch wenige Zeitzeugen, die vom Krieg berichten können. Auch an Schulen kommt Geschichte oft viel zu kurz.“
In gut zwei Jahren will der Huder mit seinen Büchern ins Erdgeschoss umziehen. „Ich werde mir einen englischen Raum einrichten. Mit dunklen Regalen. Auch einen Namen wird das Zimmer bekommen“, so der 38-Jährigen. Welcher es sein wird, weiß er aber noch nicht.
