Hude - Ein eigenes „Schutzkonzept“ zur Prävention gegen Missbrauch von Kindern und Jugendlichen hat die Huder Kirchengemeinde St. Marien erarbeitet. Hierzu sind alle katholischen Kirchengemeinden nach der Präventionsordnung des Bischöflich Münsterschen Offizialats (BMO) von 2015 verpflichtet. Ziel sei es, eine Kultur des achtsamen Miteinanders zu entwickeln.

Unter Leitung von Pfarrer Norbert Steffen, der an diesem Samstag, 31. August, bei der Vorabendmesse in Hude verabschiedet wird, hat sich eine Projektgruppe intensiv mit dem Thema des Kinderschutzes auseinandergesetzt. Andrea Habe vom BMO hat diesen Prozess begleitet. Das Konzept ist ab sofort verpflichtender Standard für alle ehren- und hauptamtlich Beschäftigten der Kirchengemeinde.

Laut Präventionsordnung haben alle Personen, die im kirchlichen Umfeld regelmäßig mit Kindern und Jugendlichen zu tun haben, eine Präventionsschulung zu durchlaufen und müssen alle fünf Jahre ein erweitertes Führungszeugnis abgeben.

Im Prozess der Erstellung des Schutzkonzeptes seien nach der Kirchengemeinde unterschiedliche Inhalte ausgiebig diskutiert worden. Insbesondere der Verhaltenskodex sei hier von Bedeutung. Dazu gehöre ein respektvoller und wertschätzender Umgang mit Kindern, Jugendlichen und schutzbefohlenen Erwachsenen sowie die Berücksichtigung von individuellen Grenzen. Eine besondere Bedeutung habe die Sensibilisierung im Umgang mit Nähe und Distanz. Um mit Kindern und Jugendlichen gut arbeiten zu können, sei ein vertrauensvolles Miteinander notwendig. Grenzüberschreitungen müssten vermieden werden und die Intimsphäre gewahrt bleiben.

Sollte es trotz Prävention zu Vorfällen kommen, oder sollten Verantwortliche vor Problemen stehen, die sie nicht alleine verarbeiten und regeln können, steht mit Lasse Korbe eine Präventionskraft innerhalb der Kirchengemeinde als Ansprechpartner bereit. Als externe Ansprechpartner werden zum Beispiel die Caritas-Beratungsstelle, das Jugendamt oder das Offizialat der Kirche genannt.