HUDE - An diesem Wochenende ist sie volljährig geworden, die legendäre „Sternennacht“ von Pfarrer Steffen. Für Sonnabend lud der langjährige Pfarrer der Gemeinde, Norbert Steffen, zur 18. Auflage seiner astrologischen Exkursion, und 44 Kommunionkinder, Messdiener und Sternsinger kamen zahlreich – wissensdurstig und neugierig. „Warum wird mir denn nicht schwindelig, wenn sich die Erde dreht?“ fragte ein Teilnehmer. Und ein anderer wusste schon die Antwort: „Na, weil wir uns daran gewöhnt haben.“
Als Pfarrer Steffen den Kindern an selbst gebastelten Modellen zeigte, wie weit der Mond tatsächlich von der Erde entfernt ist, staunten die Kinder. Und auch, als er ihnen sagte, wie klein die riesige Sonne im Vergleich zur ganzen Galaxie ist, war die Überraschung groß – und die Neugierde geweckt. „Die Anziehungskraft sorgt doch dafür, dass wir nicht herunterfallen, wenn sich die Erde dreht, oder?“ – „Ja, genau“, bestätigte Pfarrer Steffen Frage über Frage, die nun nur so aus den Köpfen der Kinder heraussprudelten. So entstand inmitten der katholischen Kirche ein Diskurs zwischen Kindern und Pfarrer über „Gott und die Welt“. Aber es wäre nicht die traditionelle Sternennacht, wenn der ganze Abend nur aus Vorträgen bestünde. „Die Kinder basteln die Sternenbilder Orion und Cassiopeia und essen gemeinsam“, erklärte Frede Bley (19), die als Gruppenleiterin schon zum zehnten Mal mit von der Partie war. Gemeinsam mit acht weiteren Gruppenleitern im Alter von 14 bis 19 Jahre hielt sie die Kindern im Zaum.
Die freuten sich auf eines ganz besonders: Die Nachtwanderung. Um kurz vor Mitternacht machte sich die Truppe nämlich zum nächtlichen Spaziergang zum katholischen Friedhof auf. „Auf dem Weg versuchen wir immer, Sternenbilder zu suchen, aber bisher war das Wetter dafür meist zu wolkig“, sagte Frede Bley. Wer mochte, konnte den Kirchturm begutachten, bevor der Pfarrer noch einmal zur Andacht rief und persönlich für alle Teilnehmer Pfannkuchen zauberte. Nach einem Mix aus Theorie, Praxis, Spiel und Spaß ging die „Sternennacht“ gegen 1 Uhr nachts zu Ende. Kinder und Gruppenleiter übernachteten in Schlafsäcken und Decken verpackt im Gemeindehaus. Am nächsten Morgen gegen 10 Uhr fand die Aktion dann ihr Ende. Neben den langjährigen Gruppenleitern Frede Bley, Florian Wessels und Annalena Klostermann halfen auch die „Neuen“ – Caroline Schmidt, Emilia Neumann, Alina Metzen, Daniel Wessels, Victoria Claus und Jan Möllenhoff – beim Bändigen der Kinderschar.
