HUDE - Nicht nur langjährige Fans von Barbara Kratz dürften begeistert gewesen sein: Am Sonnabend konnten sie die Schauspielerin in – 2000 Recken und 3000 Maiden mitgerechnet – 5006 verschiedenen Rollen bestaunen. In der Soloproduktion „Die Nibelungen“ unterhielt Kratz das Publikum blendend. Der Kulturverein „Impuls“ freute sich als Veranstalter über einen mit rund 60 Zuschauern gefüllten Saal im Haus Marienhude.

Hauptsächlich als Brunhilde von Isenstein führte sie mit ihrem altersschwachen, aber hochdeutsch sprechenden Pferd Grane durch den Abend. Ihren Gemahl König Gunther, dessen Gefolgsmann Hagen von Tronje sowie auch Gunthers Schwester Krimhild und deren Mann Siegfried hatte sie in Form von gebastelten Köpfen auf Plastikstangen im Gepäck. Das (Stecken-)Pferd Grane hatte außerdem noch ein Keyboard auf dem Rücken, das den musikalischen Teil der Soloproduktion komplettierte. Mal am Keyboard, mal zu Musik von Marius Müller-Westernhagen oder zu Eigenkompositionen sang die selbst ernannte „stärkste und schönste Frau der Welt“, stets begleitet von Grane, der den einen oder anderen Rülpser nicht unterdrücken konnte.

Barbara Kratz überzeugte dabei nicht nur mit schauspielerischem Talent und ihrem eigenwilligen Gesang und Tanz, sondern vor allem mit ihrer Improvisation. Sie agierte nicht nur vor dem Publikum, sondern mit dem Publikum. Als Grane gerade ein bisschen lahm auf den Beinen war, scherzte sie: „Keine Sorge, zur Not gibt’s hier ja genug Zivildienstleistende!“

Die Zuschauer waren begeistert von dem verrückten und witzigen Schauspiel, das sich ihnen knapp zwei Stunden lang bot. Mit der ungewöhnlichen Neuauflage der Nibelungen-Sage hat Barbara Kratz nicht nur wieder einmal überzeugt, sondern machte auch neugierig auf ihre nächsten Werke.