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Wohnpark Wenn Laster auf Kettcars treffen

Stephan Onnen

HUDE - Auf dem Spielplatz an der Luisenstraße herrscht reger Betrieb. Am Zaun lehnen kleine und große Fahrräder von Kindern und Müttern, ein Kettcar steht auf der gepflasterten Spielstraße, die an dieser Stelle gerade mal drei Meter breit ist. Dass durch diese schmale Gasse – direkt am Spielplatz vorbei – schwere Lastwagen fahren sollen, um Baumaterial zum dahinterliegenden Grundstück zu transportieren, ist schwer vorstellbar. Und doch könnte dies Realität werden: Auf der Wiese soll ein Wohnpark für die „Generation 50 plus“ entstehen.

Der Investor – die Asset Vermögensverwaltung AG aus Bremen – wird an diesem Mittwoch im Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt die Planung, und was die Anlieger der Luisenstraße noch brennender interessiert, die Erschließung und Zuwegung während der Bauphase vorstellen. Die öffentliche Sitzung beginnt um 16 Uhr im Huder Feuerwehrhaus.

Obwohl die spätere, endgültige Zufahrt über die Heinrichstraße erfolgen soll, ist angedacht, den Baustellenverkehr über die verkehrsberuhigte Luisenstraße zu führen. Dagegen wehren sich Anwohner. Ihre Position bringen sie in einem offenen Brief an Bürgermeister Axel Jahnz und die Fraktionsvorsitzenden von CDU, SPD, FDP und Grünen zum Ausdruck.

Unterschriftenliste

Beigefügt haben sie eine Unterschriftenliste, die 80 Bürger aus der Luisenstraße, Wilhelmstraße, Friedrichstraße und „Am Georgsmoor“ unterzeichnet haben.

Die Absicht, die Baufahrzeuge über die Luisenstraße zu lenken, sei 2006 während der Beratungen zum Bebauungsplan in den Ratsgremien zum Ausdruck gekommen, bestätigte Bürgermeister Axel Jahnz. In den Verkaufsgesprächen mit Grundstücksinteressenten sei damals davon nicht die Rede gewesen, monieren Niels Jätzold und Arne Warnken, die 2007 ihre Häuser gebaut haben.

In dem offenen Brief verweisen sie und die anderen Anwohner darauf, dass sich die Sachlage seit 2006 grundlegend geändert habe: So sei 2009 die Luisenstraße fertiggestellt und der Kinderspielplatz angelegt worden, weil eine zeitnahe Bebauung des Gebietes an der Heinrichstraße nicht in Aussicht gestellt werden konnte. Nun gibt es einen Investor – erfahren haben die Anlieger davon aus der

NWZ

.

Aus ihrer Sicht könnten die Baufahrzeuge schon jetzt das zu bebauende Grundstück „ohne Schwierigkeiten“ über die Heinrichstraße erreichen. „Die Heinrichstraße führt über circa 150 Meter geradeaus von der Blumenstraße bis in das Baugebiet. Dort gibt es nur wenige Anwohner, und den zahlreichen Anwohnern an Königstraße, Wilhelmstraße und Luisenstraße würden Lärm- und Abgasbelästigung erspart bleiben“, meint Niels Jätzold. Auch, um eine Gefährdung der Kinder am Spielplatz zu vermeiden, komme seiner Meinung nach nur diese Alternative für die Erschließung in Frage.

Keine 100-%-Lösung

„Wir werden uns erst einmal anhören, was sich der Investor vorstellt und wie viele Transporte in welcher Bauphase nötig sind“, betonte Bürgermeister Axel Jahnz. Er zeigte Verständnis für die Bedenken aus der Luisenstraße, andererseits müssten sich Anlieger aus Heinrichstraße und Blumenstraße auf das Wort der Politik verlassen können. Es gelte, ein Verfahren zu entwickeln, dass allen Beteiligten gerecht werde. Jahnz ahnt: „Eine 100-Prozent-Lösung wird es wohl nicht geben.“

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