Hude/Wüsting - Manchmal findet man nicht das Richtige, manchmal fehlt einem auch einfach die Zeit. Wer aber mal wieder ein Buch zur Hand nehmen möchte, findet an diesem Donnerstag vielleicht den richtigen Ansporn. Denn an diesem Donnerstag wird der internationale Tag des Buches gefeiert. Anja Janzen, Leiterin der Gemeindebücherei Hude, und Rita Claußen, Leiterin der Außenstelle in Wüsting, klären über die neuesten Buchtrends auf und geben Empfehlungen für den nächsten Besuch in der Bibliothek oder im Buchhandel.
Eines stellt Janzen sofort klar: Aktuelle Bestseller laufen auch in Hude sehr gut. Sogar so gut, dass mehr als nur ein Exemplar für die Ausleihe angeschafft werden muss und extra eine Tafel am Eingang steht, auf der alle Neuheiten aufgelistet sind. Das Problem bei den begehrten Büchern ist schließlich: Sie stehen nie im Regal.
„Bekannte Autoren laufen am Besten. Zum Beispiel ,Verheißung‘ von Adler Olsen oder die Ostfriesenkrimis von Klaus-Peter Wolf“, erklärt die Büchereileiterin. „Generell ist die Nachfrage nach Krimis und Thrillern bei uns sehr groß.“ Aber auch Erzählungen wie „Von Männern, die keine Frauen haben“ vom Japaner Haruki Murakami, oder die Biografie von Hape Kerkeling würden häufig ausgeliehen.
Bei Jugendlichen sind düstere Zukunftsgeschichten ähnlich den Tributen von Panem angesagt. Auch Fantasy-Bücher – bei Mädchen nach wie vor besonders Vampirgeschichten – erfreuen sich großer Beliebtheit.
Bei Kindern wird dagegen vornehmlich auf Altbewährtes gesetzt. Beliebt ist beispielsweise die Conni-Reihe, die die Kinder vom Kindergartenalter bis in die frühen Teenagerjahre begleitet. Auch der kleine Drache Kokosnuss kommt bei den ganz jungen Lesern immer gut an.
Und was wird in Wüsting gelesen? Auch hier gilt laut Rita Claußen: Ausgeliehen wird, was neu ist. Gerade erst kamen beim Frühjahrseinkauf 100 neue Bücher hinzu. Darunter die Thriller und Krimis, die auch in Hude gern gelesen werden. Jugendliche Leser gibt es in Wüsting kaum.
Bei den Kindern sind Reihen wie Käpt’n Sharky oder Mama Muh beliebt. Letztere macht die jungen Leser aber auch schon mal skeptisch. Eines der Bücher heißt nämlich „Mama Muh geht schwimmen“. „Ein Kind fragte mich, ob Kühe überhaupt schwimmen können und hielt das nur bei sehr kleinen Kühen für möglich“, erzählt Claußen.
Ansonsten werde in der kleinen Bücherei auch vieles ausgeliehen, was die Bibliothekarin ihren Kunden empfehle. „Und ich kann ja nur empfehlen, was ich gut finde.“ Dazu gehören zum Beispiel „Altes Land“ von Dörte Hansen oder „Konzert ohne Dichter“ von Klaus Modick.
