Zerbst/Jever - Im Jubiläumsjahr 800 Jahre Anhalt feiert Zerbst/Anhalt noch einen ganz besonderen Jahrestag: Russlands große Zarin Katharina II., einst Prinzessin Sophie Auguste Friederike von Anhalt-Zerbst, wurde am 23. September 1762 in der Moskauer Himmelfahrtskathedrale offiziell zur Zarin von Russland gekrönt.

Jevers Partnerstadt Zerbst hat das 250. Thronjubiläum ihrer Zarin am Mittwoch mit der Einweihung einer eigenen touristischen Route gekrönt: Die Route verbindet zehn höfische Stationen miteinander, die über die Familie, die Heimatstadt und das Leben und Wirken der späteren russischen Zarin Auskunft geben.

Kernpunkte der Route sind die Schloßfreiheit, der Schlossgarten mit seinen Bauten, die historische Zerbster Stadtmauer, die Breite sowie die Hof- und Stiftskirche St. Bartholomäi. Am Festakt zur Eröffnung der „Route Katharina die Große“ nahmen unter anderen auch der Botschafter der Russischen Föderation Wladimir M. Grinin und Eduard Prinz von Anhalt teil.

1744 war Prinzessin Sophie Auguste Friederike vom heimatlichen Zerbst aus auf Brautreise nach Russland gegangen. Von 1762 an regierte sie 34 Jahre lang als Alleinherrscherin das große russische Reich und brachte es wirtschaftlich und politisch außerordentlich voran.

Katharina II. war eine schillernde Persönlichkeit mit großartigen politischen Verdiensten für ihre Wahlheimat Russland. Als einzige Herrscherin erhielt sie dafür den Beinamen „die Große“ und ihren herausragenden Platz in der Weltgeschichte.

Das Jeverland – damals gehörte es zu Anhalt-Zerbst – hat sie dabei nicht vergessen. Davon zeugt das Huldigungsbild, das im Audienzsaal des jeverschen Schlosses zu sehen ist. 1793 hatte Katharina II. in St. Petersburg das Porträt, das sie als selbstbewusst-gnädige Herrscherin zeigt, bei ihrem Hofmaler Baptista Lampi in Auftrag gegeben und direkt für Jever bestimmt.

„Damit zeigte sie, dass ihr die Herrschaft über das Jeverland am Herzen liegt“, weiß Museumsleiterin Professor Dr. Antje Sander. Das Porträt wurde zunächst ungerahmt nach Zerbst gebracht, wo der prächtige Rahmen gefertigt wurde, und dann wurde das Bild in einem Spezialwagen gerahmt nach Jever transportiert.

Als kleines Mädchen hatte die spätere Zarin Katharina auch das Jeverland besucht. „Hier hat sie zum Beispiel von Sophie Charlotte von Bentinck das Reiten gelernt – breitbeinig wie ein Mann. Das berichtet sie in ihren Memoiren“, sagt Antje Sander.

Am 2. Dezember wird im jeverschen Schloss zudem die Ausstellung „Anhalt 800 | 1212 bis 2012“ eröffnet – und damit der Bogen vom Jubiläumsjahr in Anhalt ins Jeverland geschlagen, das von 1667 bis 1793 mit dem Fürstenhaus von Anhalt-Zerbst verbunden war.