Nordenham - Die dunkle Polizeiuniform steht ihm gut, man könnte meinen, es mit einem echten Freund und Helfer zu tun zu haben. Aber bekanntermaßen darf man sich von den Äußerlichkeiten nicht trügen lassen, denn Herr Holm alias Dirk Bielefeldt treibt nur Schindluder und hat den Schalk im Nacken. Mit seinem Programm „Alle Achtung“ gastierte der erfolgreiche Komödiant am Sonnabend in der ausverkauften Jahnhalle.
Schon der Bühnenaufbau ließ einiges Erwarten. Eine große Videoleinwand übertrug Livebilder einer Überwachungskamera, die den vermeintlichen Keller des Kulturzentrums zeigte. So war das wartende Publikum jederzeit im Bilde, was dem Herrn Holm im Untergrund so gerade passierte.
Kaum auf der Bühne, wollte Herr Holm sein Publikum kennenlernen. So pickte er sich gleich ein paar Protagonisten heraus, die ihm das ganze Programm über als Running-Gag dienten. Der Herr Schäfer, Heilpädagoge aus Friesoythe, und Herr Kruse, der nicht zu viel sagen wollte, hatten den Abend über dann auch die Lacher auf ihrer Seite. Aber auch ein pensionierter Hauptkommissar und somit Ex-Kollege von Herrn Holm wurde regelmäßig auf die Schippe genommen.
Herr Holm, Fachmann in Sachen Strafvereitelung und -bekämpfung, stellte seinem Publikum natürlich auch die neusten Statistiken vor, so auch die Tatverdächtigenbelästigungszahl. Die sagt aus, dass bei 100 Mitmenschen mit mindestens 2,3 Tatverdächtigen zu rechnen sei. Diese Zahl verdopple sich aber, wenn man die Dunkelziffer der Täter mit einrechne. Weiter verdoppeln würde sich diese Zahl dann, wenn man die Doofen mit hinzu rechnet. Weiter steigen würde sie noch, wenn man alle fiesen Laubbläsernachbarn und (Dank Herrn Schäfer) auch alle Friesoyther mit hinzu rechne, so dass fast alle in Deutschland lebenden Menschen zu Herrn Holms Tatverdächtigen zählen.
Natürlich nutzt die Polizei auch modernste Techniken, wie zum Beispiel die „Mobil Action Prevention“ kurz MAPS genannt. Für Herrn Holm eine tolle Spielerei, bei der er eine realistische Darstellung zu Übungs- und Trainingszwecken nachstellen kann – für das begeisterte Publikum aber nur Anlass, einen Lacher an den anderen zu hängen.
Auch neue Erfindungen wie ein sicheres Hundeabwehrspray, bestehend aus Löwenurin und Polizistenschweiß oder eine Liveschaltung zu Herrn Doktor Fuchsband, einem Antiaggressionstherapeuten aus Kiel, ließen beim Publikum kein Auge trocken.
Auch nach einer kurzen Pause ging es mit Gags am laufenden Band weiter, man merkte kaum, wie der Abend verflog und doch, ein Gutes hatte es noch: Man vergaß glatt das ekelige Wetter, dass dann die Besucher mit Schnee und Sturm vor der Jahnhalle empfing.
