Brake - „Hoffentlich kauft niemand den blauen Elefanten!“ Die 10-jährige Marla Hähnel ist ganz nervös. Ein paar Euro fehlen der jungen Brakerin, die am Sonntag selbst einen Stand auf dem letzten Familienflohmarkt des Jahres in der Fußgängerzone hatte, noch. Der blaue Elefant wartet ein paar Meter weiter am Stand von Reinhard und Angelika Walter auf die freudige Besitzerin in spe.

Angelika Walter hat den Elefant und viele weitere Tiere selbst gehäkelt und gestrickt. Was für die 62-jährige Brakerin früher ein Hobby war, hat mittlerweile eine ganz andere Bedeutung: Training.. Seit einem Schlaganfall übt Angelika Walter mit ihren Handarbeiten die Feinmotorik. „Handarbeiten muss wieder funktionieren“, das war ihr fester Vorsatz und auch wenn die linke Hand noch nicht wieder so will, sie hat es geschafft. Häkeltiere vom Pferd bis zum „Angry Bird“ zieren ihren Stand, den sie zusammen mit ihrem Mann betreut. Bis zu 16 Stunden sitzt sie an einer ihrer Häkelfiguren, je nachdem aus wie vielen Einzelteilen sie besteht.

Aber nicht nur Marla Hähnel und Angelika Walter kauften und verkauften am Sonntag in der Braker Fußgängerzone. Trotz des wechselhaften Wetters suchten mehrere hundert Trödler an den Ständen zwischen Unterführung und Schiffahrtsmuseum nach Schnäppchen. Jung und alt schlenderten seit dem frühen Nachmittag durch die Fußgängerzone. Auch Maximilian wurde fündig. Stolz hält der 5-Jährige ein riesiges Spielzeugauto in der Hand, das er gerade an einem Stand entdeckt hat und jetzt breit grinsend durch die Fußgängerzone trägt. Einen so stolzen Käufer wünschten sich am Vormittag auch Siemke Loof (7) und Finja Frels (6), deren Verkauf etwas schleppend anlief. „Aber das wird garantiert noch besser“, war sich Siemke sicher.

Neben dem großen Familienflohmarkt gab es noch ein weiteres, sonntägliches Highlight in der Fußgängerzone: Das Schiffahrtsmuseum bot einen maritimen Handwerkermakrt an. Was in den Jahren zuvor als maritimer Weihnachtsmarkt begann, wurde dieses Jahr in den Spätsommer verlegt. An vielen Ständen gab es unter anderem „Schmuck aus dem Meer“, Handarbeiten, Scrimshaw, und handgearbeitete Kuschelteddys aus reiner Schafwolle zu entdecken. Günter Klinge, der neben seinem, Schmuck aus dem Meer“ sogar einen Eisstock aus „echtem Braker Obstbaumholz“ anbot, ist Stammgast auf den Märkten des Museums. „Es macht immer wieder Spaß hier“, sagt der 75-jährige Braker, der schon wieder an neuen Ideen für Schmuck und Gebrauchsgegenstände arbeitet.

Broschen, Kleidung,, Werkzeug, Spielsachen, Antikes und oben drauf noch der maritime Handwerkermarkt: Über einen Mangel an Angeboten konnte man sich am Sonntag wahrlich nicht beschweren. Gäste und Verkäufer waren zur Halbzweit bereits zufrieden. „Nur bitte weniger Regen“, wünschte sich Anke Wollschläger. Gegen mehr solcher tollen Sonntage in der Fußgängerzone hätte sie nichts einzuwenden. „Noch zwei Termine im Sommer wären schön.“