HUNDSMüHLEN - Das Interesse am Krippenspiel ist ungebrochen. „Erstmals hat eine Konfirmandengruppe schon am 4. Advent ein Krippenspiel aufgeführt“, sagt Pastor Martin Böhmen. Wichtig sei, dass die Jugendlichen beim Spiel Zugang zu dem Text und damit zu ihren Rollen bekämen. Insgesamt 35 Konfirmanden sind in diesem Jahr bei den Aufführungen in der Gemeinde dabei, und jede Gruppe spielt ein anderes Krippenspiel.
Zwei Gruppen stehen am Heiligabend auf der „Bühne“ der Hundsmühler Matthäus-Kirche: Um 15 Uhr wird die Geschichte von Jesu Geburt für die jüngsten Gottesdienstbesucher aufgeführt. „Den Kindern wird die Weihnachtsbotschaft vermittelt“, sagt Böhmen. Dafür gehen die Darsteller wie Kaiser Augustus (Matthias Böhmen) und der Engel (Luisa Böhmen) auch durch die Bankreihen der Kirche. „Das Spiel soll mit in die Kirche gezogen werden“, sagt Böhmen, und deshalb seien auch die erfahrenen Krippenspieldarsteller wie seine Kinder mit dabei.
Um 16.30 Uhr zeigt eine Konfirmandengruppe ein Spiel nach dem Matthäus-Evangelium, das mit der Genealogie Jesu beginnt. Ähnlich wie bei einer Sprechmotette sprechen die Konfirmanden abwechselnd, und zwar über den Kirchenraum verteilt. „Sprachlich sehr anspruchsvoll“, sagt Böhmen. „Das ist der, auf den Ihr gewartet habt“, laute die Botschaft Matthäus’, der sein Evangelium speziell für die Lesergruppe der Juden schrieb.
Auch die Konfirmanden in Achternmeer haben ein besonderes Krippenspiel (16.30 Uhr) vorbereitet: Eines, das an Ostern spielt. „Erst mit der Auferstehung sind die Anhänger Jesu zurückgekehrt“, erläutert Böhmen. Mit der Gemeindebildung beginne etwas Neues, und das bringe auch die Weihnachtsbotschaft zum klingen.
Der Pastor ist sich sicher: „In der Beschäftigung mit der Rolle werden die Inhalte deutlicher.“ Und er weiß das aus eigener Erfahrung – als Konfirmand hat er selbst einen Hirten gespielt. „Ich war fürchterlich aufgeregt und habe eine Passage weggelassen“, erinnert sich Böhmen und lacht.
