HUNDSMüHLEN - Als „brisant“ hat Kreispfarrer Dietrich Jaedicke die aktuelle Finanzlage der Diakonie-Sozialstationen auf der Tagung der Kreissynode bezeichnet. Dies bestätigte auch das Mitglied der Geschäftsführung, Regina Logemann, auf der Zusammenkunft am Sonnabend im Gemeindezentrum der ev. Matthäus-Kirche in Hundsmühlen.

Die hoch qualifizierte Arbeit der Sozialstationen im pflegerischen Bereich werde nicht angemessen bezahlt, weil die Pflegevergütung in Niedersachsen noch nicht so hoch wie in anderen Bundesländern sei. Es gebe eine finanzielle Notlage der Pflegeeinrichtungen, bestätigte sie. Die Kreissynode beschloss deshalb einen Antrag an die übergeordnete Synode der Ev.-luth. Kirche in Oldenburg, sich mit der finanziellen Notlage der Diakoniestationen zu befassen und sich auf Landesebene für eine Anhebung der Pflegesätze einzusetzen. Es gelte, auf politischer Ebene für ein Umdenken zu werben.

Bischof Jan Janssen läutete mit einem Kurzreferat eine Diskussion zur Bedeutung der Kirchenkreise ein. Besonders nach der Kirchenkreisreform in 2007 – aus ehemals zwölf Kirchenkreisen der Oldenburgischen Kirche wurden nur noch sechs sowie Delmenhorst und Oldenburg-Land zusammengelegt – stellt sich die Frage der Bedeutung der Kirchenkreise neu. Janssen verzichtete nach Angaben der stellvertretenden Kreispfarrerin Gitta Hoffhenke auf eine endgültige Bewertung, sondern war an einem Gedankenaustausch zur Bedeutung des gemeinsamen Kirchenkreises interessiert. Es sei zu einem lebhaften Austausch zwischen Befürwortern und Gegnern der Fusion, für die nicht zuletzt wirtschaftliche Überlegungen ausschlaggebend waren, gekommen.

„Unter dem Aspekt der Kooperation und des gegenseitigen sich Wahrnehmens ergibt der Kirchenkreis Delmenhorst/Oldenburg-Land ein farbiges Bild“, so Hoffhenke. Die gemeinsame Kirchenverwaltung mit Sitz in Delmenhorst, stärke das Bewusstsein für den Zusammenschluss der 21 Kirchengemeinden zu einem gemeinsamen Kirchenkreis.In den Berichten des Kreispfarrers, der Kirchengemeinden, des Kreisjugendausschusses, des Vorstands des Diakonischen Werkes und des Ausschusses der Familienbildungsstätte wurde die Vielfalt der kirchlichen Aufgaben des Kirchenkreises und der einzelnen Gemeinden deutlich. Wegen des Zusammenlegens und Reduzierens von Pfarrstellen, so der Tenor, kommt der Kooperation von Gemeinden immer mehr Bedeutung zu.

Gewählt wurden Pfarrerin Eike Fröhlich (Varrel) als Ersatzmitglied für die Synode der Ev.-luth. Kirche in Oldenburg, Waltraud Eichhorn (Ahlhorn) als Ersatzmitglied in den Kreiskirchenrat und Walter Löhlein in den Ausschuss der Familienbildungsstätte. Zu drei Regionaljugendpfarrern berufen wurden Jürgen Philipps, Delmenhorst (Region Ost), Michael Ohms, Huntlosen (Region Süd) und Hannes Koch, Bookholzberg (Region Nord).