HUNTLOSEN - „Lieber Vater...“, sagt Gretel auf der Bühne. Gemeinsam mit ihrem Bruder Hänsel verfasst sie gerade einen Brief. „Du Dummchen, Vater schreibt man doch mit F“, verbessert Hänsel. Doch die Kinder der Grundschule Huntlosen wissen es besser. „Nein“, rufen sie laut. Trotz Schulausfalls im gesamten Landkreis waren die Kleinen am Freitag zur Schule gekommen. Nicht ohne Grund: Die Kinderoper „Papageno“ aus Wien war zu Gast und zeigte das Stück „Hänsel und Gretel“ nach dem Komponisten Engelbert Humperdinck im Forum der Schule.

Gespannt schauen die Grundschüler auf die Bühne, als plötzlich vier Hexen hinter dem Vorhang hervorspringen. Mit ihrem Besen stupsen sie die Kinder in den ersten Reihen an, die auf ihren Bänken versuchen wegzurutschen. „In Isenstein, man sagt, da wohnt eine Hexe, die Kinder frisst“, hatte der Vater von Hänsel und Gretel den Grundschülern vorher erzählt.

Immer wieder singen die vier Schauspieler zwischen den Theaterepisoden Opernstücke in den höchsten Tonlagen. Doch was ist eigentlich Oper? Und welche unterschiedlichen Stimmen gibt es? „Das Programm besteht nicht nur aus dem Stück selbst. Die Figuren fungieren auch als Erzähler und stellen das Thema Oper kindgerecht vor“, erklärt Schulleiterin Petra von Zelewski. „und die Schüler werden dabei sogar einbezogen.“

Bereits vor zwei Jahren hatte das Ensemble einen Auftritt in der Huntloser Schule. „Schon damals kam das Stück bei den Kleinen gut an“, erinnert sich Petra von Zelewski. Und zu den aktuellen Unterrichtsthemen passt es auch noch. Die ersten und zweiten Klassen behandeln zur Zeit das Thema Märchen, die dritten und vierten beschäftigen sich mit Musikinstrumenten und Oper.

Viel zu schnell geht der Auftritt der ausgebildeten Sängerinnen und Sänger vorbei, finden die Grundschüler. Doch die Kinderoper „Papageno“ wird bestimmt in ein paar Jahren wiederkommen.