HUNTLOSEN - Gerade richtig zur frühsommerlichen Jahreszeit, in der die Natur bunter und lebendiger wird, lädt der Verein für Kunst und Kultur zu Huntlosen zu einem beschwingten Konzert mit Musik aus dem Barock ein. Am Sonnabend, 28. April beginnt um 19 Uhr in der St. Briccius Kirche in Huntlosen ein Abend, der von barocken Stimmungen erzählt und überschrieben ist mit „Von Licht und Schatten“. Zu Gast ist die Gruppe „Musical Playground“ mit Martina Bley (Blockflöte), Olaf Tetampel (Viola da gamba und Gesang), Susanne Peuker (Archiliuto/Barocklaute). Nachfolgend erzählt Martina Bley etwas über die Gruppe und ihre Musik im Gespräch mit der Vorsitzenden des Kulturvereins, Ilse Marianne Brose.

Frage: Warum heißt die Gruppe Musical Play­ground?

Bley: Wir sehen unser Ensemble als einen „musikalischen Spielplatz“ auf dem experimentiert, improvisiert, neu kombiniert wird. Vor allem anderen steht der Spaß an unserer Lieblingsmusik im Vordergrund. Außerdem ist ein „Ground“ die Bezeichnung für eine typische barocke Form, eine Art Variationskomposition, die auch in unserem Konzert in Huntlosen zu hören sein wird.

Frage: Wie sind die Künstler darauf gekommen, diese Instrumente zu spielen?

Bley: Susanne Peuker hat zunächst Gitarre studiert und sich durch die Liebe zur Alten Musik dann auch zu den Lauteninstrumenten orientiert, die in dieser Epoche wesentlich stärker gebräuchlich waren als die Barockgitarre. Ich habe den „klassischen“ Blockflötistenwerdegang. Es ging von einem 10 Jahre langen Unterricht an der Musikschule direkt in das Studium der Instrumentalpädagogik und danach in ein Zusatzstudium an der Akademie für Alte Musik Bremen. Die Musik für Blockflöte und vor allem die Vielseitigkeit des Berufsbildes, das einen Bogen spannt von Konzerten im Ensemble und im Orchester bis zum Unterricht mit unterschiedlichsten Schülerinnen und Schülern und Studierenden, machen die Tätigkeit immer spannend. Olaf Tetampel studierte zunächst Physik, spielte aber schon seit der Schulzeit intensiv Gitarre und Cello. Ebenfalls fasziniert von Alter Musik begann er mit dem Spiel auf der Viola da Gamba, die im Bau eine Art Kombination aus beiden Instrumenten ist. Parallel dazu studierte er neben der Gambe auch Gesang an der Akademie für Alte Musik Bremen.

Frage: Ist eine Blockflöte eigentlich ein Konzert-Instrument?

Bley: Eindeutig: ja! Nachdem die Blockflöte schon in der Renaissance sehr beliebt und verbreitet war, wird sie im Barock immer mehr zum Solo-Konzertinstrument. Die berühmtesten Komponisten wie Vivaldi, Bach und Händel haben viele Werke für die Blockflöte geschrieben. Man hört die Blockflöte im virtuosen Solokonzert, in der Begleitung von Opernarien und in klangsymbolischen Partien in der Kirchenmusik Bachs.

Frage: Wie kann man sich „Licht und Schatten“ in der Musik vorstellen?

Bley: Es geht schlicht um die Kontraste zwischen hell und dunkel in der Musik. Also Musik in gut gelaunter Stimmung mit virtuosen Anteilen und vielen tänzerischen Elementen im Kontrast zu dunklen und getragenen Klängen und traurigen Inhalten. Unser Programm bewegt sich sozusagen zwischen entgegen gesetzten Charakteren und bietet damit viel Spannung und Abwechslung.   Für alle Interessierten findet am Sonnabend ab 17 Uhr eine kurze Einführung in der Kirche statt. Die Künstler stellen ihre Instrumente vor und geben kurze Einblicke in das Musizieren im Barockzeitalter. Die Einführung dauert 30 Minuten und ist kostenfrei.