Huntlosen - In Buchholz vor den Toren Hamburgs lebt die Schauspielerin Ursula Hinrichs (84) nun schon seit 1970. Doch immer, wenn das jüngste von vier Kindern, geboren in Apen im Ammerland, in das Oldenburger Land zurückkehrt, erinnert sie sich nicht nur an die frühen Kinderjahre, sondern auch an das Plattdeutsche. Besonders dann, wenn sie zur Lesung nach Huntlosen eingeladen wird, dem Ort, wo August Hinrichs lebte und in Oldenburg die August-Hinrichs-Bühne gründete. Mit gutem Grund, denn August Hinrichs war der Großvater ihres Mannes Heiko Hinrichs.

Mit 17 Jahren spielte sie an der August-Hinrichs-Bühne „För de Katt“. Seit 1981 ist sie fester Bestandteil des Ohnsorg-Theaters in Hamburg. Daneben sind es die Hörspielarbeiten und Lesungen, mit denen sie Land und Leute begeistert und damit ins Plattdeutsche entführt. Auszeichnungen wie der Kulturpreis der Stadt Oldenburg, die Ohnsorg-Medaille für ihre Verdienste in Hamburg und der Kulturpreis „Blauer Löwe“, der Journalistenpreis der Hamburger Presse, sind Teil ihrer langen Karriere.

Gründe genug für Großenknetens Bürgermeister Thorsten Schmidtke, im Beisein der Plattdeutschbeauftragten Margret Hesselmann den Gast willkommen zu heißen. Da passte sich ihr Gastspiel im Rahmen der 2. Plattdüütsche Week am Samstag in Huntlosen bestens ein. Mit den Kostproben aus Büchern und Überlieferungen verstand sie es prächtig, nicht nur die plattdeutsche Sprache mit ihren blumigen Beschreibungen, in denen sich selbst Beleidigungen noch nach einem gemütlichen Plausch anhören, aufleben zu lassen.

Ihre Texte to’n Nadenken, Smüstergrienen und Lachen brachten die Zuhörer im vollen Saal des Gasthauses Meyer’s so manches Mal bis zu Lachtränen. Sie erinnerte an die Schriftstellerin Alma Rogge, die mit August Hinrichs gut befreundet gewesen war, sprach in ihren ausgesuchten Texten von „Straaten“ von „De Tied“, von „Umsonst is de Tod und de kost ok noch dat Leben“.

Durchaus auch kritisch erzählte sie von Unkraut-Vernichtungsmitteln mit der Aufschrift „Grün ist das Leben“. „Wat is dat bloß gediegen“, schüttelte sie nur den Kopf. Auch erinnerte Ursula Hinrichs an Adam und Eva, die als erste nach Oldenburg gekommen wären, einen Rhododendron zu pflanzen und Grünkohl anzubauen. Sie ließ auch nicht die „Männer in de Kök“ aus und dass Männerkochen gar nicht erotisch sei, wie oft dargestellt. In ihren Döntjes bediente sie sich gerne auch bei August Hinrichs und seinem Werk „Rund um Lapan“.

In die Pause verabschiedete sich Ursula Hinrichs mit Hilfe von Herbert Mahlstedt. Der leitete mit dem „Lapaloma ohe“ und anderen Ohrwürmern auf seinem Akkordeon zum zweiten Teil des Lesenachmittags über.