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Tag Der Regionen Seifenblasen, Kräuter und Korn

Uta-Maria Kramer

Huntlosen - „Was du hast, können viele haben, doch was du bist, kann keiner sein!“ So war es auf dem kleinen Kleid zu lesen, das in einem der malerischen Künstlergärten in Hosüne am Bügel baumelte – und dieser Spruch passte auch als Motto zum Tag der Regionen am Sonntag in der Gemeinde Großenkneten.

Huntlosen, Hosüne und Sannum bildeten den Schwerpunkt des Aktionstages, an dem sich die verschiedensten Künstler, Handwerker, Gastronomen und sozial engagierte Menschen der Öffentlichkeit vorstellten.

„Ich fühle mich hier ganz wundervoll entschleunigt“, schwärmte Bürgermeister Thorsten Schmidtke schon bei der Eröffnung um 11 Uhr im Atelier Kräuterfee in Hosüne. Umgeben von wohlriechenden Tees, duftenden Pflanzenölseifen und frischen Kräutern nutzten er sowie FDP-Ratsherr Rolf Jessen und Ehefrau Hilde die Gelegenheit, mit der Kräuterexpertin Bianka Hexel-Koch ins Gespräch zu kommen.

Gemeinschaft

„Mein Mann und ich sind hier schon seit Mitte der 1980er-Jahre dabei und Teil der Gründungsgemeinschaft“, verriet Hexel-Koch, bevor sie den Besuchern zerriebene Zitronenverbeneblätter zum Schnuppern reichte. „Man kann mit der Zitronenverbene getrocknet einen Tee aufsetzen, aber auch frisch, dann allerdings mit der doppelten Menge“, riet sie Schmidtke. Jessen sinnierte derweil darüber, ob die wohl riechenden Seifen nicht eine tolle Geschenkidee für offizielle Besuche seitens der Gemeinde seien.

Im urigen Garten der Kräuterfee nutzte der Naturkindergarten Huntlosen die Gelegenheit, sich zu präsentieren. An den Ästen dokumentierten Fotos den bunten Kindergartenalltag, Mobiles aus Waldfrüchten baumelte daneben und ein Plakat wies darauf hin, dass die „Moosflitzer“ Geld für einen Bauwagen als „Schlechtwetterquartier“ sammeln. Die Migrantenkinder, mit denen Gästeführerin Christa Thöle übers Gelände spazierte, nutzten derweil die Gelegenheit, riesige Seifenblasen zu formen und die Leckereien zu testen, die das Diakonische Werk Oldenburg-Land mit tatkräftigen Frauen aus den verschiedensten Ländern gezaubert hatte.

Leckereien

„Bitte zugreifen!“, ermunterte die Integrationsbeauftragte der Gemeinde Großenkneten, Ann-Christin Gericks, mit Blick auf Pizzaschnecken, Muffins und karamellisierte russische Cornflakes mit Sonnenblumenkernen.

Ebenfalls lecker essen ließ sich einige Meter weiter beim Kornkraft Bioladen. Hier gab es Suppen, Äpfel, Wein, Käse und vieles mehr zum Probieren. Auf großes Interesse stieß auch die Führung, die Michael Schmitz von der Firma Kornkraft anbot. Er begann mit einem spannenden Rückblick auf das Naturkost-Unternehmen, das 1981 als Gemeinschaftsprojekt umweltbewegter junger Menschen in Bremen begann. 1986 folgte der Umzug in die leerstehenden Liegehallen und Baracken in Hosüne, die im zweiten Weltkrieg als im Wald verstecktes Krankenhaus und anschließend als Lungenheilstätte, Bundeswehrverwaltungsschule und Landespolizeischule gedient hatten, bevor sie zum Paradies für Naturkost sowie freie Berufe und Künste wurden.

Tolle Resonanz

„Schön, dass das hier so viel Resonanz findet“, freuten sich die beiden Kornkraft-Gründer und Geschäftsführer Sabine Moeller-Schritt und Jochen Schritt, die mit ihrem Enkel das nahegelegene Keramikatelier von Wolfgang Jacob erkundeten.

So wie ihnen ging es wohl vielen Besuchern an diesem sonnigen Septembersonntag, der fast nicht genug Zeit bot, um sämtliche 16 der spannenden Stationen gründlich zu erkunden.

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