HUNTLOSEN - Bereits seit Jahren spielt die elfjährige Huntloserin mit Hingabe Violine. Im Sommer 2007 gibt sie ihr erstes großes Konzert in Würzburg.
Von stefan Idel
HUNTLOSEN - Bereits im Alter von acht Jahren versprach sie ihrer Mutter bei einer Veranstaltung im Staatstheater Oldenburg: „Ich will einmal Solo-Geigerin werden.“ Inzwischen ist Jule Pünjer aus Huntlosen elf Jahre alt – ihr großes Ziel hat sie nicht aus den Augen verloren. Im Gegenteil: Beim Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ in Hannover erreichte die Nachwuchsmusikerin kürzlich die Höchstpunktzahl von 25 Punkten. Sie gehörte zu den besten 17 von insgesamt 494 Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Wettbewerbs.Die Violine hat die Schülerin seit langem fest im Visier. „Bereits im Alter von vier Jahren wollte ich anfangen“, erzählt Jule, „weil auch meine große Schwester Fanziska damals das Instrument spielte.“ Doch Mutter Astrid Pünjer habe zunächst gebremst. Wenige Jahre später war es dann soweit: Sie erhielt bei einem Musiker des Oldenburger Staatsorchesters Geigenunterricht. Der erkannte das große Talent, das in der Huntloserin schlummert. Seit einiger Zeit erhält Jule, die die 6. Klasse der Liebfrauenschule Oldenburg besucht, Unterricht beim Würzburger Geiger Florian Meierott.
Der 38-jährige Künstler hat sich nicht nur mit der kontinuierlichen Herausgabe von CDs oder Konzerten von Berlin bis New York, sondern auch als Pädagoge einen guten Ruf in der Musikszene erworben. In seiner Heimat Franken wurde Meierott so populär, dass ihm der staatliche Hofkeller jährlich eine eigene Weinabfüllung widmet und vertreibt. Die Silvanertrauben und Reben des berühmten Würzburger Steins, einst der Lieblingswein von Goethe, wurden im Weinberg von Meierott in regelmäßigen Abständen bespielt, um sie noch besser reifen zu lassen.
Mindestens einmal im Monat legen Mutter und Tochter die rund 500 Kilometer lange Strecke nach Würzburg zum Wochenende-Unterricht zurück. In den Ferien bleibt die Elfjährige schon einmal länger in Franken. Ansonsten wird eifrig in den eigenen vier Wänden geübt. „Meine Lieblingsstücke sind die Carmen-Fantasie oder Ziegeunerweisen von Sarasate“, verrät Jule, die bereits ihre fünfte Geige, eine „Villaume“, spielt.
Am Landeswettbewerb „Jugend musiziert“ hat die Schülerin zum ersten Mal teilgenommen. Zuvor war sie dreimal bei regionalen Entscheiden erfolgreich. Im Alter von zwölf Jahren könnte Jule erstmals bei „Jugend musiziert“ auf Bundesebene teilnehmen. Es sei allerdings schwierig, Partner für die Duo- oder Ensemble-Wertung zu finden.
Dem Vergleich mit anderen will sich die Violinspielerin auch weiterhin stellen. Im Sommer nimmt sie auf Empfehlung ihres Lehrers am international ausgeschriebenen Wettbewerb der Bayerischen Streicherakademie teil. Und dann steht in den Ferien auch ihr erstes großes Konzert in der Residenz Würzburg an. „Dort gibt’s für mich zum ersten Mal eine Gage“, verrät Jule stolz.
