HUNTLOSEN - „Ick do, wat ick kann", sagt Diener Johann und reicht dem betagten Fräulein Sophie die Hand, um sich mit ihr ins Schlafzimmer zurückzuziehen. Während die beiden dann mit schwankenden Schritten die Diele verlassen, fangen die Zuschauer an, kräftig Beifall zu klatschen.
Dieses Szenario spielte sich in der ersten Dezemberhälfte fünf Mal auf der Bauerndiele des Gasthauses Meyer in Huntlosen ab, denn so oft wurde dort in Verbindung mit einem festlichen Abendessen der Klassiker „Dinner for one" in plattdeutscher Sprache aufgeführt. Und das schon im dritten Jahr in Folge und ein Ende ist nicht abzusehen. Initiiert wurde die Aufführung von Bernfried Kunst. Er schlüpfte damals mit Begeisterung in die Rolle des Dieners und gewann Liesel Grallert für die Rolle der Sophie. Bernfried Kunst: „Als ich aus einer Schnapslaune heraus dieses Ei ausgebrütet habe, hätte ich nie gedacht, dass daraus ein Dauerbrenner würde." Am Weitermachen kommen die beiden nicht vorbei. „Wir sind gefordert, denn es liegen bereits Vorbestellungen für die Aufführungen im nächsten Jahr vor", sagen sie.
Als Moderator leistete Heinz Tabke gute Dienste. Er erzählte den Gästen auf Plattdeutsch, dass es in dem Sketch um die Feier des 90. Geburtstages von Sophie geht. Den Ehrentag will die Jubilarin wie jedes Jahr auf die gleiche Art und Weise mit vier Herren feiern. Der Haken an der Sache ist, dass die vier Freunde schon lange unter der Erde liegen. Da aber der Diener die Ess- und Trinkgewohnheiten der Verstorbenen noch bestens in Erinnerung hat, schlüpft er der Reihe nach in ihre Rollen. Und genau das ist der Auftakt für die witzige Darbietung. Denn zum festen Ritual an der Tafel gehört, dass sich die Gäste nach jedem Gang mit etwas Hochprozentigem zuprosten. So erleben die Zuschauer, wie Johann durch den Alkoholkonsum mehr und mehr aus dem Gleichgewicht gerät und beim Servieren schwer mit sich selbst zu kämpfen hat. Mit Ach und Krach steht er das Programm bis zum Ende durch, was die Gäste mit viel Beifall quittierten. Im Hintergrund trugen Dieter Harms als Regisseur sowie Gisela Bruns
und Reiner Ketz als Maskenbildner zum Gelingen der Aufführung bei.
