HUNTLOSEN - „Dinner for one“ oder „Der 90. Geburtstag“, der Kult-Sketch zum Jahreswechsel mit Freddie Frinton und May Warden, wurde in der Originalfassung von 1963 schon viele hundert Mal im Fernsehen wiederholt. Auf immerhin bereits 20 Live-Vorstellungen hat es jetzt auch ein plattdeutscher Ableger gebracht. Auf Meyer’s Diele in Huntlosen ist „Dinner for one“ auf Platt ebenfalls ein Renner. Auch die diesjährigen sechs Vorstellungen, zwei fanden bereits am vergangenen Wochenende statt, sind seit dem Sommer ausverkauft.

Es werden Tränen gelacht, wenn Diener Johann und seine betagte Herrin Sophie den 90. Geburtstag zelebrieren. Wie jeder weiß, sind die vier Freunde nicht mehr unter den Lebenden. Johann schlüpft Sophie zu Gefallen alljährlich in ihre Rollen.

„Up de glieke Art un Wies wie jedet Joahr?“ fragt Johann das „Frollein Sophie“ – und dann trinkt er sich durch die vier Gänge des Menüs, stellvertretend für die fiktiven Gäste Pastor, Rittmester, Fettwust und beste Fründ Sötholt.

Im Dezember 2005 feierten die beiden Huntloser Liesel Grallert (Frollein Sophie) und Bernfried Kunst (Diener Johann) ihre Premiere. Am vergangenen Sonnabend war es bereits die 20. Vorstellung. Den beiden Akteuren macht es nach wie vor einen Riesenspaß – und dem Publikum auch. Als „Moderator“ ist Heinz Tabke dabei. Die Regie führt Dieter Harms. Und ganz wichtig ist natürlich die Maske, für die Gisela Bruns und Reiner Ketz wiederum zuständig sind. Die Kostüme kommen aus dem Fundus von Inge Eilers aus Sage-Haast.

Im original Fernseh-Sketch stolpert Freddie Frinton über einen ausgestopften Tigerkopf. Bei der plattdeutschen Version in Huntlosen war es in früheren Jahren auch schon mal ein geliehener Tiger oder auch ein Grizzlybär.

In diesem Jahr nun ist es der Kopf eines ausgewachsenen Keilers, der Diener Johann beim Servieren immer wieder in die Quere kommt.

Jäger Peter Bokeloh hat den schweren Keiler im Sommer erlegt. Die Wirtsleute Petra und Uwe Meyer haben ihn präparieren lassen. Und nun bildet er das passende Requisit. Denn schließlich gibt es zum lustigen „Dinner“ bei Meyer für die Zuschauer immer auch ein zünftiges Wildbüfett.