HUNTORF - Nadel und Faden spielten bei Almut van Freeden seit ihrer Kindheit immer eine Hauptrolle. „Handarbeit war schon in der Schule mein absolutes Lieblingsfach“, bekennt die Moorriemerin, „daran hat sich auch in den ganzen vergangenen Jahrzehnten nichts geändert.“ Ihre besondere Leidenschaft gilt der Kreuzstich-Stickerei, obwohl es so gut wie keine Handarbeitstechnik gibt, die Almut van Freeden nicht beherrscht.
Davon zeugen meisterhaft gearbeitete Tischdecken in Hardangerstickerei, Kissenhüllen in Filethäkelei und viele andere Kostbarkeiten, sie beherrscht das Klöppeln ebenso gut wie Occhi-Handarbeiten. Eine zeitlang bevorzugte Almut van Freeden die Gobelinstickerei mit bildhaften Darstellungen zeitgenössischer Maler. „Nach elf Gobelinbildern war das Maß voll“, schmunzelt die Moorriemerin, „jetzt musste etwas Kreativeres und Filigranes her.“ Auch der „normale“ Kreuzstich über mehrere Fäden auf dem Leinengewebe war bald keine Herausforderung mehr für die geübte Stickerin. „Ich war erst zufrieden, als ich Kreuzstiche nur über einen Faden sticken konnte,“ erzählt Almut van Freeden, „dazu braucht es ein scharfes Auge, viel Geduld für die Kreation der Motive ein Gefühl für Farben und Effekte und natürlich meine Brille.“ Ihre schönsten Arbeiten verwandelten die Räume ihrer Wohnung inzwischen in eine ganz persönliche „Stickkunst-Galerie“.
So hängt zum Beispiel in der Küche ein Meisterwerk: sechs Verse des Gedichts „Zwei Stiefmütterchen auf einer Wiese“ , verfasst von einem unbekannten Autor, hat Almut van Freeden in winzigen, aber gut lesbaren Buchstaben auf dem Leinen verewigt und die passenden Blumen und Tiere zum Blumengeflüster hinzu gestickt. Angeregt von der Elsflether Gästeführerin Lina Walter hat sich Almut van Freeden jetzt entschlossen, ihre schönen Stickereien erstmals der Öffentlichkeit vorzustellen. Zu sehen sind die Stickbilder zu den Moorriemer Gartentagen unter dem Titel „Träume – gestickt mit Nadel und Faden“ im Moorriemer Landcafé am Sonnabend, 19., und Sonntag, 20. Juni.
