HURREL - Teréz Fothy beherrscht wie kaum eine andere Fotografin oder ein anderer Fotograf die Fähigkeit, aus dem Moment heraus das richtige Motiv, den richtigen Ausschnitt, die richtige Perspektive zu wählen und immer auch Tiefgründiges zu erfassen. Zu bewundern ist diese Kunst seit vergangenen Sonntag im Burgmannshof in Hurrel. Zur Vernissage kamen rund 100 Besucher.
Teréz Fothy stammt gebürtig aus Buenos Aires. Die Gastgeber Heike und Hans Burgmann präsentierten eine Auswahl von Arbeiten aus Teréz Fothys Bildband, der Fotos enthält, die die 46-Jährige als Mitglied einer Exkursionsgruppe von Studenten der Oldenburger Carl-von-Ossietzky-Universität innerhalb von nur zwölf Tagen in Berlin gemacht hat. „Argentinierin trifft Berlin“ ist die Ausstellung betitelt. „Sie trifft das typische Berlin aus ihrem Blickwinkel als Argentinierin. Im Gegensatz zu uns Deutschen ist sie nicht ein Leben lang mit Bildern von Berlin konfrontiert worden – ihr Blick ist frei von vorgefertigten Bildern“, erläuterte Heike Burgmann.
In der Exkursionsgruppe hatte Fothy keine Zeit, lange zu inszenieren, zu überlegen: Draufhalten, abdrücken, weiter – die Gruppe wartete nicht.
Dass Teréz Fothy mit ihrer Arbeitsweise die Faszination der pulsierenden Metropole hervorragend eingefangen hat, bestätigte auch die Berliner Kunsthistorikerin Annette Müller-Klocke in ihrer Einführung. „Berlin regt die Schöpferkraft an, es hält in der Schwebe und macht offen für Neues.“ In Berlin dürfe eben jeder nach seiner Façon glücklich werden – oder einfach Mensch sein.
Die Fähigkeiten von Teréz Fothy sind mit der Fotografie nicht ausgeschöpft. Heike und Hans Burgmann zeigen in ihrem zu einem „Kunst-Atelier“ umgestalteten Pavillon die zwischen 2003 und 2010 entstandene Serie „Verwandlung“. Darin verwandelt die Argentinierin Ausgedientes – in diesem Fall Jutesäcke und Apfelsinenkästen – in Kunstwerke, die sehr ästhetisch Tiefgründiges ausdrücken.
Zu sehen ist die Ausstellung auf dem Burgmannshof (Oldenburger Weg 10 in Hude-Hurrel) bis zum 31. Juli, jeweils freitags von 18 bis 20 Uhr und sonntags von 11 bis 13 Uhr sowie nach Absprache. Am Freitag, 17. Juni, findet zudem von 18 bis 20 Uhr ein „Abend mit Teréz Fothy“ statt. Um Voranmeldung unter Telefon 04408/2284 wird gebeten.
