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Tonträger hortet 2000 Schallplatten

Evelyn Eveslage

HURREL - „Die Schallplatte ist ein Kultobjekt“, bilanziert über den Tonträger, der vor 125 Jahren erfunden worden ist. „Damals in den Siebzigern war es ja eher ein Gebrauchsgegenstand: der einzige Weg beinahe, um Musik zu hören.“

Jahrelang arbeitete Wachtendorf als Schüler im Oldenburger Plattengeschäft „Govi“. Als er dort anfing, habe er ungefähr 60 Platten besessen. „Dank Mitarbeiterrabatt“ und intensiver Beschäftigung mit dem Verkaufsmaterial habe er nach seinem Schülerjob bereits 400 Platten besessen.

Der damalige Filialleiter habe Heavy Metal und Hardrock geliebt, „die Tatsache, dass ich genauso getickt habe, war vielleicht auch eine Voraussetzung für die Stelle“, sagt Wachtendorf und schmunzelt. Das teuerste Exemplar seiner heutigen Schallplattensammlung hatte er 1999 im Internet ersteigert: „Brand New Morning“ von Bob Seger war Wachtendorf 500 Deutsche Mark wert.

Weltweite Suche

Selbst in den Plattenläden von New York und Kalifornien hatte er vergebens nach diesem Stück gesucht, weil es damals nur in kleiner Stückzahl veröffentlicht wurde. Für seine Sammelleidenschaft gibt es noch zahlreiche Beispiele: So hatte er zehn Jahre lang ein Suchangebot bei einem Internet-Auktionshaus, doch schon seit 1986 hat er sie gesucht: die englische Version vom dritten Album der ungarischen Band Karthago. Genau am Tag seines 47. Geburtstags im vergangenen September dann lief das Angebot im Internet-Auktionshaus aus und Wachtendorf schlug zu. Mit dem Erwerb des Karthago-Albums endete seine Suche nach den Schallplatten – „allein aus Platzgründen“, so der Wirtschaftsjournalist, der seine Sammlung in seinem Arbeitszimmer in seinem Haus in Hurrel unterbringt. Nach den nun 2000 alphabetisch geordneten Schallplatten will Wachtendorf keine weiteren, sondern nur noch CDs anschaffen. „Bei Musik im Allgemeinen kann ich nicht aufhören“, so der 47-Jährige selbstironisch. Sie aus dem Internet – ob legal oder nicht – herunterzuladen, kommt für ihn nicht infrage. Auch der haptische Eindruck, also das Gefühl, Musik in den Händen halten zu können, ist für Wachtendorf Kaufkriterium – und auch Grund für seine Leidenschaft. „Zudem haben Schallplatten diesen optischen Reiz, einige Cover waren wirklich künstlerisch.“

Verständnis für Eltern

Sein Sohn Patrick teilt den Musikgeschmack nicht und bevorzugt Electro/House. Nun könne sich Wachtendorf gut vorstellen, wie seine Eltern sich damals gefühlt haben. „Aber“, so erzählt der zweifache Familienvater, „wir sind uns darin einig, dass wir beide kein Fan der typischen Radiomusik sind.“

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