HURREL - „Eine Künstlerin malt nicht nur für sich. Man schließt das Werk nur, wenn es auch betrachtet wird“, sagt die Argentinierin Teréz Fóthy über ihr künstlerisches Schaffen. Gemeinsam mit Heike Burgmann aus Hurrel hat die 46-Jährige deshalb intensiv an einer Ausstellung gearbeitet, die am Sonntag, 29. Mai, mit einer Vernissage eröffnet wird. In der Galerie im Burgmannshof zeigt die Künstlerin, die seit sechs Jahren in Friedrichsfehn lebt, Fotografien und Malerei.
Tiefgründige Werke
Die Fotografien entstanden 2008 auf einer Exkursion der Carl-von-Ossietzky-Universität Oldenburg in Berlin. „Die meisten dieser Fotografien sind ganz spontan entstanden, trotzdem haben sie wie alle meine Werke mehr als nur eine Ebene“, erklärt Fóthy. Eben diese Tiefgründigkeit ist es, die Heike und Hans Burgmann auf Teréz Fóthy aufmerksam werden ließen. Im vergangenen Jahr besuchte das Paar die offenen Ateliers in Oldenburg und entdeckte dabei einen Bildband der Argentinierin. „Ich war davon total fasziniert und habe mich bestimmt zwei Stunden darin vertieft“, erzählt Heike Burgmann. „Diese Begegnung war auch für mich etwas Besonderes, zu sehen wie jemand so lange und intensiv meine Werke betrachtet“, ergänzt Teréz Fóthy.
Aus dieser ersten Begegnung und der Vorbereitung der Ausstellung ist mittlerweile eine Freundschaft geworden, deren Basis die gemeinsame Begeisterung für die Kunst und das Verständnis für künstlerisches Schaffen ist.
„Teréz hat einfach das richtige Auge, das macht ihre Fotografien so besonders“, findet Heike Burgmann. So zeigen die Fotografien der Ausstellung „Argentinierin trifft Berlin“ die Hauptstadt aus ganz ungewohnten Blickwinkeln, dem ganz besonderen Blickwinkel von Teréz Fóthy. „Es reizt mich, immer wieder neue Perspektiven zu entdecken“, sagt die Fotografin.
Teréz Fóthy beschreibt sich selbst als vielfältige Künstlerin, lässt sich nicht auf eine Richtung festlegen. Neben der Fotografie und Performances hängt ihr Herz auch an der Malerei. Als „ihr“ Medium hat sie dabei den Jutesack entdeckt, den sie statt der herkömmlichen Leinwand verwendet. In der Serie „Verwandlung“, die in Teilen auch im Burgmannshof zu sehen ist, befasst sich die Künstlerin mit dem Kapitalismus in der globalisierten Welt. Der alte Kaffeesack wird zum Kunstobjekt, das mal das in ihm transportierte Produkt, mal die Reiseroute oder die Personen, die ihn verarbeiten, symbolisiert.
Ausstellung bis Ende Juli
Eindrücke von der Arbeit Teréz Fóthys können sich Interessierte auf der Vernissage am 29. Mai machen. Sie beginnt um 11.15 Uhr auf dem Burgmannshof, Oldenburger Weg 10 in Hude. Die Berliner Kunsthistorikerin Annette Müller-Klocke wird einleitende Worte sprechen.
Zu sehen ist die Ausstellung dann bis zum 31. Juli, jeweils freitags von 18 bis 20 Uhr und sonntags von 11 bis 13 Uhr, sowie nach Absprache. Am Freitag, 17. Juni, findet zudem von 18 bis 20 Uhr ein „Abend mit Teréz Fóthy“ statt. Um Voranmeldung unter Telefon 04408/2284 wird gebeten.
