Jever - Eine Idee macht zurzeit in Jever die Runde – und sie ist interessant und charmant zugleich: Es geht um das Concerthaus am Alten Markt. Bis auf die Geschäfte im Erdgeschoss steht es leer. Warum also nicht das Concerthaus als zentrale Kultureinrichtung wiederbeleben und dort gleich das Kino unterbringen?

„Der Saal im ersten Stock würde von der Länge her ungefähr der bisherigen Kinosaalgröße entsprechen“, sagt etwa Heike Harms-Willms: „So wäre das Kino besser in die Stadt eingebunden und würde viel mehr Besucher anlocken, zumal es dann ins Auge fällt.“

Auch Helmut Wilbers findet es einen Gedanken wert, über die Neubelebung des Concerthauses nachzudenken: „Dieses wunderbare repräsentative Gebäude steht dort in seiner ganzen Pracht, seines Charakters aber leider völlig beraubt.“ Demgegenüber stehen viel zu kleine Veranstaltungssäle: „Die konzeptionell und räumlich beschränkten Raumangebote von Graftenhaus, Anton-Günther-Saal und ev. Gemeindehaus im Zentrum können nicht ansatzweise die Funktion eines Kulturzentrums erfüllen.“

Er findet, dass die Wiederbelebung des Kulturzentrums „Concerthaus Jever“ eine gemeinsame Aufgabe von Politik, Stadtverwaltung sowie „Berufenen und Bereiten“ sein könnte „als konstruktive Antwort auf den unausweichlichen Prozess der demografischen Entwicklung der Stadt“. „Und fraglos wären viele Bürger der Kreisstadt mit dabei“, meint Wilbers.

Unabhängig von ihm hat Heike Harms-Willms ihre Idee zur Wiederbelebung des Concerthauses in einem Schreiben an Stadtrat und Kinofreunde geschildert.

Zurzeit machen in Jever Gerüchte die Runde, dass die Tage des Kinos am bisherigen Standort in der Alten Molkerei gezählt seien, weil dort betreutes Wohnen entstehen soll. Der Gebäude-Eigentümer „Gilde-Investors“ äußerte sich trotz Nachfrage dazu bisher nicht. Das Gerücht, dass die GPS dahinter stehe, stimmt nicht: „Bei der GPS gibt es keine Planung für ein solches Vorhaben“, sagte Petra Mingo von der Geschäftsführung.