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Langwarder Groden Vernässung ohne Deichöffnung

rolf bultmann

IGGEWARDEN - Der ökologische Ausgleich für Deichbaußnahmen am Jadebusen und für den Bau des Jade-Weser-Ports sei möglich, ohne den Langwarder Groden durch eine Öffnung des Sommerdeiches zu zerstören. Mit einem entsprechenden Konzept überraschte der neue „Förderverein Langwarder Groden – Erhalt unserer Heimat zwischen den Deichen“ die über 100 Teilnehmer einer Informationsveranstaltung am Montagabend auf dem Hof Iggewarden.

Der von Jan Dunkhase, Vorsteher des Entwässerungsverbandes Butjadingen und Vorstandsmitglied des II. Oldenburgischen Deichbandes, erläuterte Vorschlag des Fördervereins sieht vor, nur die Kompensationsmaßnahmen für die Deichbauarbeiten in Cäciliengroden und in Hobenbrake im Langwarder Groden zu realisieren. Dafür müssten rund 30 der insgesamt 160 Hektar Grodenfläche vernässt werden.

Sielbauwerk erneuern

Um das salzige Wasser aus der Nordsee in den eingedeichten Groden zu bringen, müsste ein vorhandenes Sielbauwerk erneuert werden. Nach zwei oder drei Tiden wären dann rund 10 Hektar überflutet. Auf weiteren zehn Hektar müsse circa 25 Zentimeter Boden abgetragen werden, damit das Wasser auch dorthin gelange. Zudem sei die Anlegung eines acht Hektar großen Polders erforderlich.

Wie Jan Dunkhase weiter erläuterte, sollte das Wasser durch einen Rhynschloot oder durch eine Rohrleitung aus dem Groden in Richtung Fedderwardersieler Hafen heraus gelassen werden. Dies hätte wegen der Spülwirkung auch einen Synergieeffekt für den Kutterhafen. Zudem müssten keine Baggerarbeiten im Nationalpark vorgenommen werden.

Die rund 80 Hektar Salzwiesen, die als Ausgleich für den Bau des Jade-Weser-Ports entstehen sollen, könnten und sollten nach den Vorstellungen des Fördervereins im Augustgroden gewonnen werden. Dazu müssten zwei 100 Meter lange Lahnungsbuhnen ins Wattenmeer gebaut werden, was auch gleichzeitig eine Küstenschutzmaßnahme sei. Im Augustgroden gehen seit Jahren wegen ständiger Uferabbrüche etliche Hektar Salzwiesen verloren.

Erhebliche Kosten sparen

Der Vorschlag des Fördervereins, der gutachtlich überprüft werden müsse, stieß bei den Besuchern des Informationsabend auf Beifall. Es würde nicht nur der Langwarder Groden erhalten, sondern auch weit aus weniger Geld investiert werden müssen. Die Kosten für die Realisierung aller drei Ausgleichsmaßnahmen im Langwarder Groden sind auf 16 Millionen Euro veranschlagt.

Förderverein-Vorsitzender Dieter Brockhoff, Vorstandsmitglied Hans Witbaard, Jägerschaft-Naturschutzobmann Wolfgang Wasshausen, Pächter Ralf Töllner und Naturschützer Hans-Gerd Gerdes wiesen auf die Folgen der Umsetzung der Planfestellungsbeschlüsse hin. Eine Öffnung des Sommerdeiches an zwei Stellen auf einer Breite von je 400 Metern sowie ein erheblicher Erdabtrag im Groden würden den Hochwasserschutz mindern, wertvolles Grünland vernichten, den Vogel- und Naturschutz zerstören, erhebliche Folgekosten verursachen und einen erheblichen Eingriff ins Weltnaturerbe Wattermeer bedeuten.

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