IHAUSEN - Jan Brandt ist derzeit ein gefragter Mann: Der in Leer geborene Schriftsteller reist seit einigen Wochen kreuz und quer durch Deutschland im Osten nicht so sehr , um sein gefragtes Buch Gegen die Welt vorzustellen.
Die Autorenlesung des Erstlingswerks, das für den Deutschen Buchpreis 2010 nominiert wurde, sorgt für volle Veranstaltungssäle so auch am Sonnabend in der Auferstehungskirche Ihausen. Mehr als 80 interessierte Zuhörer erlebten eine Kombination aus spannender Lesung mit erfrischendem Dialog.
Jan-Rainer Brahms, der den Autor seit der Jugend kennt, hatte die Kontakte für den Gastgeber, den Evangelischen Kapellenverein Ihausen, geknüpft.
Ich bin mit seinem Bruder zur Schule gegangen und kenne die Familie sehr gut, erzählt der 37-jährige Schriftsteller, der in Ihrhove aufgewachsen ist. Als waschechter Ostfriese versteht Jan Brandt plattdeutsch und mag die Sprache, spricht sie aber nicht. Dennoch hat er viele bemerkenswerte Sprüche in Niederdeutsch in seinem Buch aufgenommen.
Die kommen sehr gut an, weiß Brandt. Etwa zehn Jahre hat er gebraucht, um seinen beeindruckenden Roman, der 926 Seiten umfasst, zu vollenden: Natürlich habe ich nicht permanent geschrieben, sondern in Etappen, erzählt der Autor und Journalist.
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Jan Brandt lebt und arbeitet in Berlin, kommt aber regelmäßig zur Familie nach Ihrhove: Schon aus Recherche-Gründen komme ich regelmäßig her, denn hier gibt es viele Geschichten, erzählt er lachend. Zwar habe er erst Abstand gewinnen müssen: Das Buch hätte ich nicht geschrieben, wenn ich in Ostfriesland geblieben wäre. Berlin ist der Ort, an dem ich mich entfalten kann, Ostfriesland ist meine Herkunft.
Noch bis April ist der Schriftsteller viel beschäftigt mit Autorenlesungen, danach wird er sein nächstes Werk angehen. Darin wird es nach seiner Vorstellung um ostfriesische Auswanderer des 20. Jahrhunderts gehen, verrät er schon einmal.
