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Geschichte Im heimischen Raum nur wenig Kriegs-Begeisterung

Kreis Vechta - Zumindest für Vechta und das Oldenburger Münsterland trifft sie nicht zu, die in allen Schulgeschichtsbüchern dokumentierte Euphorie der Bevölkerung über den Kriegsausbruch 1914. Die Begeisterung, mit der viele Bürger Anfang August 1914 ihre Ehemänner oder Söhne an die Front verabschiedeten, währte im heimischen Raum nach Einschätzung des Historikers Dr. Michael Hirschfeld (Universität Vechta) nur kurz.

Recherche in Archiven

Er hat die Besonderheiten in Vechta und in der Region zu Beginn des I. Weltkriegs untersucht, Akten im Staatsarchiv Oldenburg und im Offizialatsarchiv Vechta gewälzt sowie alte Zeitungen durchforstet. Seine Ergebnisse stellte Hirschfeld bei der Tagung „Provinz und Heimatfront im Ersten Weltkrieg“ an der Universität Jena vor. Dort ging es auch um die Situation zu Kriegsbeginn in anderen Regionen des Deutschen Reichs sowie in Österreich-Ungarn.

Während etwa im August 1914 im Rheinland noch kräftig Schützenfeste gefeiert wurden, waren der Stoppelmarkt und die 200-Jahr-Feier am Gymnasium Antonianum bereits abgesagt. Während anderswo Gymnasiasten sich in Scharen freiwillig meldeten, wurde in Vechta der Leiter des Antonianums in Leserbriefen angegriffen, und von Kirchenbehörden gerügt, weil er kriegsunwillige Schüler als Drückeberger beschimpfte.

Wer Soldat werden musste, so Hirschfeld, empfing die Kommunion, und wurde Mitglied des Kriegervereins. So konnte er seinen Angehörigen finanzielle und organisatorische Unterstützung aus der Vereinskasse sichern.

Hilfen der Heimat

Ein Großteil der Aktivitäten an der Heimatfront, so hat Hirschfeld recherchiert, galt keineswegs militärischen Zwecken. Dagegen standen Geldsammlungen und die Unterstützung für Frauen und Kinder, deren Väter und/oder Ehemänner an der Front kämpften, hoch im Kurs. Zudem wurde auf Geheiß des Bischofs in jeder Messe für den Frieden gebetet. Für den Vechtaer Historiker sind das einige von vielen Anzeichen großer Betroffenheit und Angst vor den Schrecken des Krieges vor Ort. Sie stellen für ihn das gängige Bild des I. Weltkriegs in Frage.

Übrigens: Unter dem Titel „Europa und der I. Weltkrieg“ lädt die Europa-Union (Vechta) am Donnerstag, 16. Oktober, ab 19 Uhr, zu einer multimedialen Zeitreise ins Rathaus-Foyer ein. Die Besucher erwarten Fotos, Videos, Interviews, Grafiken und Animationen.

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