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Musikergeschichten Ein bewegtes Leben wird festgehalten

Klaus Fricke

Im Nordwesten - Der Erdbeerbaum, so lautet die gärtnerische Sage, wächst nicht dort, wohin man ihn pflanzt. Er wächst dort, wo er es will. Diese Metapher wählt der Autor David Yaffe, um in einer neuen Biografie den Drang der kanadischen Sängerin Joni Mitchell nach Freiheit zu beschreiben, nur dem verpflichtet, was ihr gefällt.

Joni Mitchell, deren Superhits „Woodstock“ und „Big Yellow Taxi“ Generationen von Musikfans geprägt haben, ist in der Tat eine Künstlerin, die sich stets neu erfunden hat. Die Karriere der inzwischen 76-Jährigen ist ungewöhnlich abwechslungsreich. Womit sie ein deutsches Pendant hat: Inga Rumpf.

Beide Frauen verfügen über eine facettenreiche Stimme, beide haben viele Musikstile ausprobiert, und beide schrieben internationale Hits. Ein wichtiger Unterschied der 74 Jahre alten Inga Rumpf zu Joni Mitchell: Die gebürtige Hamburgerin mit Wohnsitz Wesermarsch benötigt keinen Ghostwriter, sie sitzt selbst an ihrer Autobiografie. Das Buch, weit über 300 Seiten dick und reich illustriert, soll im August 2021 zu ihrem 75. Geburtstag erscheinen.

Alte Tagebücher

„Ich hatte nie vor, eine Autobiografie zu schreiben“, sagt Rumpf. In der Hitze des Sommers 2019 aber „zog ich mich in die kühle Diele meines Hauses zurück und blätterte in alten Kurzgeschichten, die ich mal geschrieben hatte. Es führte mich weit zurück zu meinen alten Terminkalendern und eilig dahin geschriebenen Tagebuchaufzeichnungen.“

Am Ende steht nun eine fast fertige „Chronologie meiner Zeit, die ich nicht nur als Musikerin erlebt habe“, berichtet Rumpf. Die Arbeit daran sei verbunden gewesen mit Erinnerungen, „oft schmerzlich, manchmal auch lustig-bizarr“. Für sie war dies eine intensive Erfahrung: „Oft hatte ich das Gefühl, in einem vorgezogenen Fegefeuer zu sein. Bei so einem Seelenstriptease muss man aber seine Hüllen fallen lassen, alles andere macht keinen Sinn. Auch wenn man am ,Ich’ manchmal schier verzweifelt.“

Seit 55 Jahren aktiv

Im Gegensatz zu Yaffes vorzüglichem Porträt über Joni Mitchell wird das Rumpf-Buch keine distanzierte Interpretation eines bewegten Lebens sein. „Ich lasse den Leser und die Leserin sehr nahe an meinem Leben teilnehmen“, sagt sie. Seit 55 Jahren steht die Sängerin und Komponistin bereits auf der Bühne – immer tief verwurzelt im Blues, im Rock und im Gospel.

Der Autobiografie beiliegen wird eine CD mit „Songs, die mir am Herzen liegen, aber nie veröffentlicht wurden“. Außerdem erscheint ein Album mit ganz neuen Aufnahmen.

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