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Deutsche Bahn stellt bundesweit Fernverkehr  ein
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Aktualisiert vor 12 Minuten.

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Deutsche Bahn stellt bundesweit Fernverkehr ein

NWZonline.de Nachrichten Kultur

Im Wartezimmer des Scheidungsrichters

02.02.2013

Oldenburg Sie beschimpft ihn als „Mülltrennungs-Hitler“. Er bezeichnet es als effektivste Mülltrennung, wenn er sich von ihr scheiden lässt. Genau an diesem Punkt sind Michael und Jennifer Ehnert, die sich selbst spielen, nach drei Jahren Beziehung angekommen. Nun sitzen sie im Wartezimmer des Scheidungsrichters und betteln das Publikum an, vorgelassen zu werden. Die Wartezeit ist allerdings lang, und das trennungswillige Paar gewährt den Besuchern der Oldenburger Kulturetage Einblicke in die Hintergründe ihrer Geschichte. Man wird Zeuge eines höchst amüsanten Geschlechterkampfes.

Da Kommunikation zwischen Mann und Frau immer wieder zu Missverständnissen führt, ist er der Meinung, man sollte am besten sämtliche Gespräche aus einer Beziehung raushalten. Sex reiche vollkommen aus. Sie kontert: „Einer Studie zufolge gehört alles, was 24 Stunden vor dem Geschlechtsakt gesprochen wird, bei einer Frau zum Vorspiel.“

Kabarettist Michael Ehnert gehört nicht zu diesen Komikern von der Stange, die austauschbar als Dutzendware in Lustig-Fernsehsendungen verheizt werden. Er strahlt ein eigenes Profil mit hohem Wiedererkennungswert aus. Hellwach, hintergründig und voller Präsenz. Seine Frau Jennifer gibt eine nicht minder gute Figur ab. Und das nicht nur bezogen auf ihren zweiten Beruf als Model. Auch wenn ihr Mann die prägnantere Gesichtsmimik hat, spielt sie überzeugend kratzbürstig. Es ist wohl ein Vorteil, dass die beiden im wahren Leben ein Paar sind. Die Chemie stimmt. Es knistert und schlägt Funken im Trennungskampf. Sie sind sich in ihren Gemeinheiten ebenbürtig.

In clever verwobenen Rückblenden zeigen sie, wie sie sich bei den Dreharbeiten zum fiktiven Film „Küss langsam“ kennenlernen. Filmgeschehen und Alltag vermischen sich immer mehr, bis den beiden ein ungeheuerlicher Verdacht kommt: Paartherapeuten haben ein Interesse, den Geschlechterkampf aufrechtzuerhalten. Er bringt schließlich Geld ein. Tempo- und geistreich erweist sich der aufgeführte Ehekrieg als kleiner Geniestreich voller witziger Einfälle. Der Applaus ist absolut verdient.

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