Hohenböken - Den meisten ist Hilde Loewenstein als Gründerin des „Landcafés Loewenstein“ in Hohenböken bekannt. Doch nachdem sie im Jahr 2014 das Café aus gesundheitlichen Gründen verpachten musste, rückt ihre andere große Leidenschaft wieder in den Fokus der Öffentlichkeit: das Herstellen von Puppen.
Für das Landcafé hatte sie im Jahr 2000 Stoff, Draht und Modelliermasse erstmal im Schrank verstaut, doch im Mai 2017 war die 65-Jährige wieder beim 26. Internationalen Puppenfestival in Neustadt bei Coburg vertreten. Vor ihrer „Kunst-Pause“ hatte sie dort schon einmal den Max-Oscar-Arnold-Kunstpreis in der Kategorie „beste Erwachsenen-Darstellung“ gewonnen. Diesmal modellierte sie zum Oberthema „Grimms Märchen“ eine Szene aus „Der alte Großvater und sein Enkel“ – blieb in der Kategorie „Beste Themenarbeit“ aber ohne Auszeichnung.
Trotzdem sei die europaweite Veranstaltung immer eine große Bereicherung, erzählt Loewenstein. „Man lernt so viele verschiedene, tolle Künstler kennen und bekommt viele neue Anregungen.“ Inspiration für ihre Arbeiten suche sie aber hauptsächlich im Alltag.
Stolz ist die Puppenkünstlerin vor allem auf den einzigartigen Charakter ihrer Figuren. „Die traditionell-norddeutsche Lebensweise steht bei mir im Fokus, gerne auch handwerkliche Berufe.“ Ein paar „kuriose Ideen“ stehen aber noch auf ihrer Liste: „Ich hätte große Lust, ein junges, hübsches Mädchen im Minirock zu modellieren. Und daneben einen auf der Parkbank sitzenden Opa, der sie unverblümt anstarrt“, fantasiert Loewenstein lachend über zukünftige Projekte. Auch politische Botschaften zu vermitteln, würde ihr gefallen. „Das Gute ist, dass man so gut wie alles nachmachen kann.“
Die Gelegenheit, ihre Arbeiten zu zeigen, hat Loewenstein am 10. November bei ihrer Puppenausstellung im Gesellschaftshaus Ripken in Hatten. Zehn Figuren möchte sie mitnehmen: das Märchen-Tableau, eine Skat-Runde, und ein Ehepaar im Sturm, ihre jüngste Idee.
Für eine Puppe braucht sie ungefähr einen Monat. In der ersten Zeit nach ihrer Pause sei das aber mehr gewesen. „Ich hätte gedacht, dass man schneller wieder reinkommt, aber das Ganze bedarf schon einiger Übung.“ Immer muss zuerst ein Drahtgestell gefertigt werden, das mit Küchenpapier und Klebeband umwickelt wird. Kopf, Hände und Füße werden dann in liebevoller Detailarbeit mit einer Modelliermasse gefertigt, die Kleider eigenhändig genäht.
