Wildeshausen - Mit aneinander gelegten Handflächen und dem indischen „Namaste“ begrüßte Doris Waskönig ihre Gäste. „Die Arbeit der Hände ist einfach faszinierend“, sagt die Fotojournalistin aus Ramsloh (Kreis Cloppenburg), die von ihren drei Reisen nach Indien beeindruckende Bilddokumente mitgebracht hat. „Jede Handposition hat beim klassischen indischen Tanz eine besondere Bedeutung: ob Menschen. Tiere oder Landschaften.“
„Ich tanze für die Götter“, heißt der Titel einer Fotoausstellung, der am Mittwochabend im Beisein der Fotografin aus dem Saterland und zahlreicher Gäste in der Wildeshauser Filiale der Landessparkasse zu Oldenburg (LzO) eröffnet wurde. „Sie sind eine große Botschafterin Indiens“, würdigte LzO-Regionaldirektor Hans-Jürgen Pooch die lebhafte Einführung Waskönigs in die Schau. Ihre Bilder bildeten eine Brücke zu den Menschen des Landes.
Waskönig (82) hatte am Staatstheater in Oldenburg das Ballett fotografiert. Aus Interesse am Tanz nahm sie Kontakt zu einer Tanz-Akademie in Madras auf. Gemeinsam mit der Tänzerin Gayathiriy („Die Fröhliche“) reiste sie von Tempel zu Tempel. Indien sei für sie „ein Land der Wunder“, meinte Waskönig. Das Land mit seinen 1,2 Milliarden Menschen werde vor allem von der Religion, dem Hinduismus, zusammengehalten. Der Tanz sei wie eine „sakrale Pantomime“, klärte sie die Besucher auf. „Jede Bewegung hat eine Bedeutung.“ Sie spiegeln das indische Geistesleben wider und reflektieren die Erschaffung der Welt. Ein Bild zeigt eine Mutter, die ihr Haar ihrem Gott geopfert hat, ein anderes den Gott „Ganesh“, der mit Elefantenkopf und Kugelbauch Waskönigs Favorit ist. Klaus-Dieter Hildebrandt und Peter Waldmann rundeten die Vernissage musikalisch ab. Sie unterhielten die Gäste mit Adaptionen von Anousha Shankar und Hindi Moogy.
