Hude - Der Arzt Ulrich Wilke hat nach Aufgabe seiner Praxis sehr viel Kunst gesammelt. Ein Schwerpunkt sind Illustrationen zur Aeneis von Vergil. Ihm ist es gelungen, grafische Blätter von vier Editionen aus Renaissance und Barock zu erwerben.

Diese werden nach den Erscheinungsorten Straßburg, London, Augsburg und Nürnberg oder nach den Zeichnern Sebastian Brant, Francis Cleyn, Johann Andreä Thalot, Georg Jacob Lang unterschieden. Diese Sammlung hat Ulrich Wilke jetzt in einem über 500 Seiten starken Band nach Editionen gegliedert publiziert.

Wissenschaftliche Unterstützung erhielt er dabei von Professor Dr. Werner Suerbaum, dem Spezialisten für Vergil-Illustrationen. Suerbaum weiß in seinen Texten jedes Detail einer Abbildung aus Vergils Versen heraus zu deuten. Das ergibt eine fesselnde Lektüre über Gesellschaft und Lebensweisen vom mythischen Troja bis zur klassischen Epoche Caesars und Augustus’.

Zugleich informieren die beiden Herausgeber über die Künstler, die mehr als 1500 Jahre später Vergils Epos illustriert haben. Das neue Buch hat keinen Vorläufer: Es beruht auf den Forschungsergebnissen von Werner Suerbaum – und natürlich auf den Aeneis-Illustrationen Ulrich Wilkes. Diese wurden noch nie zusammen veröffentlicht, weil es wohl keine Museums- oder Bibliothekssammlung gibt, die heute alle diese Drucke besitzt. Auch deswegen ist dieses umfangreiche Buch ein Ereignis.