Bösel - Wenn sich am kommenden Sonnabend, 12. Januar, der Vorhang für die Theatergruppe der DJK Bösel zur diesjährigen Theatersaison mit dem Lustspiel „Millionen int Heu“ hebt, liegt viel Arbeit hinter den Akteuren auf aber auch für die hinter der Bühne. Einer von ihnen ist Ernst Pleye, der seit vier Jahren Abteilungsleiter der Theatergruppe ist.
Der 46-jährige – von Beruf I T-Direktor – wurde im Alter von sieben Jahren Mitglied bei der DJK Bösel. Seit 1980 gehört er – damals als jüngstes Mitglied – der Theatergruppe an. „Die plattdeutsche Sprache und die Theatergruppe hatten mich schon immer interessiert“, blickt Pleye zurück. Im Elternhaus wurde Plattdeutsch gesprochen. Und ein wenig Theaterblut hat er von Vater Caspar geerbt, der auch einige Jahre Theater gespielt hat.
Zur Theatergruppe ist Ernst Pleye über seinen Vorgänger im Amt, Franz Seppel, gekommen. Die Entscheidung, ob er mitmachen wolle, fiel an einem ungewöhnlichen Ort: „Franz fragte mich in der Kirche während des Hochamts“, erzählt Pleye schmunzelnd. Spontan und gerne hat er damals zugesagt. Bis zum Jahr 2000 spielte er bei 20 Stücken mit. Sein Debüt hatte er als „Gastwirt Göbel“ gegeben: Gerne erinnert sich Pleye an die gemeinsamen Auftritte mit dem unvergessenen Hans Grote. „Meine Lieblingsrolle war als Fischer in ,Wiever-Regiment’“, so Pleye. Er trat mit Hans Grote als verkommener Fischer auf, Anita Hempen spielte ebenfalls eine Hauptrolle. Aus beruflichen Gründen zog sich Pleye dann als Laienspieler zurück. In diesem Jahr gibt es jedoch ein kleines Comeback.
„Trotz der Spielerpause habe ich weiter hinter den Kulissen mitgewirkt“, so Pleye.
Vor vier Jahren übernahm Pleye dann das Amt als Abteilungsleiter. Er ist für die gesamte Organisation zuständig. „Viele Helfer stehen mir zur Seite“, freut sich Pleye. So sind hinter den Kulissen auch viele Partner der Spieler aktiv. Er schätzt die Gemeinschaft in der Theatergruppe.
Das ganze Jahr über gibt es reichlich zu tun. „Nach dem Theater ist vor dem Theater“, so Pleye. Dann wird erst einmal Kassensturz gemacht. Alle sind ehrenamtlich tätig. „Der Erlös aus unseren Vorstellungen fließt der gesamten Jugendarbeit der DJK zu“, erklärt Pleye. Dann wird die nächste Saison vorbereitet. Es werden Ideen für das kommende Stück gesucht. Im März ist eine Theaterfete, im Sommer eine Theaterfahrt. „Das wird aber nicht von den Eintrittsgeldern finanziert, sondern von uns privat“, stellt er klar.
Im Sommer fällt die Entscheidung, welches Theaterstück aufgeführt wird. Texte werden besorgt, die Rollen verteilt, das Bühnenbild geplant. Ab Anfang Oktober wird im Pfarrheim geprobt. In den Weihnachtsferien erfolgt der Umzug in das Schulforum.
Ernst Pleye engagiert sich gerne für die Theatergruppe. „Wir haben einen offenen Umgang und ein schönes Miteinander“, sagt er. Und Ausgleich findet er in seiner Familie oder seinen Hobbys wie Joggen und Fußballspielen.
