Neuenbrok - Edith Koschnick ist eine Frau der Tat. Dies stellte sie immer wieder unter Beweis – durch die Aufnahme und Betreuung von Pflegekindern, den Aufbau einer eigenen Physiotherapiepraxis, das Schreiben von Büchern und, nicht zuletzt, ihr größtes Projekt, die Restaurierung und Sanierung eines mehr als 500 Jahre alten Hauses in Neuenbrok.
Als Edith Koschnick 1981 aus dem Ruhrgebiet nach Norddeutschland kam, verliebte sie sich auf Anhieb in Moorriem und die Wesermarsch. Trotzdem sollte es noch 25 Jahre dauern, bis sie ihre dort versteckte Liebe entdeckte: „Als ich es sah, wusste ich, noch bevor ich es betreten hatte, das ist mein Haus!“
Nach mehr als einem Jahr Planung begann Edith Koschnick schließlich 2007 mit der Sanierung des alten Hauses, das sich bei Baubeginn als Ruine darstellte. Nach zwei Jahren harter Arbeit ist der Lohn sehenswert: Das 1511 erbaute Haus in der Nieder-hörne präsentiert sich in einem wunderschönen, romantischen Outfit und mit einem durchdachten Innenleben.
Die alten Balken, die laut Monumentendienst des Museumsdorfes Cloppenburg in den Jahren 1509 und 1510 geschlagen wurden, sind immer noch sichtbar: Der Lieblingsbalken der Hausherrin steht wie ein Jahrhunderte alter Baum im Wohnbereich und hält mit seinen gewaltigen Querbalken als Äste Küche und Wohnbereich fest. In der Diele, wo das alte Klinkerpflaster in Sand verlegt wurde, um den Lehmboden darunter für die Nachwelt zu erhalten, wurde schon vor hundert Jahren mächtig gefeiert – damals allerdings nur, wenn kein Vieh darin stand. Heute hat Edith Koschnick dort nicht nur ihre Pferde, Gänse und Hühner, in der alten Milchkammer wurde eine gemütliche Kneipe, die Klecks-Klause, eingerichtet, für Nachbarn und alle, die zufällig vorbeikommen und etwas zu trinken oder einen „Klönschnack“ möchten.
Das Programm der Klecks-Klause ist vielfältig: Jeden ersten Donnerstag im Monat wird musiziert und gesungen, ganz im Stil einer alten Bauernschaft. Am zweiten Donnerstag wird Englisch gesprochen, am dritten Donnerstag ist Spieleabend und am vierten wird Platt gesnackt, ok wenn dat noch nich so god geiht! Ist die Ampel im Vordergarten grün, ist der Dorfkroog geöffnet.
