Hude - „Zu sowas gehst du hin? Da weinen die doch nur den ganzen Abend“ – von solchen Reaktionen wird Hanna Otter-Sandstedt häufiger berichtet. Sie ist Leiterin der Trauergruppe in Hude, und kennt die Skepsis, die viele Menschen vor so einer Gemeinschaft haben. Die gelernte Heilpädagogin leitet seit Jahren Trauergruppen und stellt sich dieser Auffassung entschieden entgegen: „Ja, bei uns wird auch geweint, aber die Freude hat auch ihren Platz in unseren Gruppe“, erklärt sie.
Nach der Beendigung der vorherigen Trauergruppe, wird nun in Zusammenarbeit mit dem Hospizkreis Ganderkesee eine neue, geschlossene Gruppe ins Leben gerufen. Geschlossen, weil sich diese Gruppe regelmäßig alle zwei Wochen am Abend trifft, und ihre Mitglieder nicht wechseln. „Sonst ist prozessartiges Arbeiten nicht möglich“, sagt Otter-Sandstedt. Gemeinsam mit Oliver Uhlhorn wird sie die Gruppe leiten.
Eine Trauergruppe sei etwas sehr intimes, und habe viel mit Empathie und Vertrauen zu tun. Es sei einfacher sich mit Mitgliedern, die man länger kennt, auszutauschen. Eine Anleitung dazu haben Hanna Otter-Sandstedt und Oliver Uhlhorn ausgearbeitet. „Es gibt feste Rituale, wie das Lesen eines Textes, der von Trauer handelt, und das Anzünden einer Kerze für den verstorbenen Angehörigen“, sagt Otter-Sandstedt. Die Aufarbeitung sei aber nicht nur verbal, sondern auch methodisch. „Wir bieten Angebote an, in denen die Trauernden in Bewegung kommen“, sagt die Trauerbegleiterin. Alle 14 Tage wird sich die neue Gruppe von 19 bis 21 Uhr treffen und austauschen. Für die Gruppenmitglieder und die Betreuer herrscht strenge Schweigepflicht: „Das ist sehr wichtig“, betont Uhlhorn.
Trauernde, die Interesse an der Gruppe haben – egal, wann ihr Angehöriger verstorben ist – können sich bei Hanna Otter-Sandstedt (
