Seefeld - Geschichte erleben können die Besucher in der Seefelder Mühle. Es gibt neue Termine für die historischen Mühlenführungen. Acht neue Darsteller geben den Besuchern einen Einblick in das Leben, die Hoffnungen und die Probleme der Menschen, die in der Mühle arbeiteten.
Nach gründlicher Recherche und unter Anleitung der Theaterpädagogin Mirjam Dirks aus Groningen haben die Spieler ihre Rollen entwickelt und den Persönlichkeiten Leben eingehaucht.
Die Hebamme Mudder Griep (Anne Grabhorn) kümmert sich in der Mühle liebevoll um die Tochter der Müllerfamilie. Sie berichtet, wie sie unzähligen Kindern auf die Welt geholfen hat. Auf dem Mehlboden erwartet die Besucher die Müllersfrau Gesa. Die Vornehme Dame (Jutta Klotz) lässt keinen Zweifel daran, dass sie lieber in der Residenzstadt Oldenburg geblieben wäre, wenn sie auf den Dreck in der Mühle und die faulen Mägde schimpft.
Berta Kuhlmann (Inge Warns) ist die Witwe des Steinmetzes. Ihr Mann ist beim Mühlsteinschleifen ums Leben gekommen, jetzt muss Berta den Lebensunterhalt für sich und die vier Kinder verdienen. Auf dem Steinboden bearbeitet der Mühlenbauer Hinnie Möhlenbeck (Fulko Thaden) ein Holzstück, das ein Kamm für das Königsrad werden soll. Er beschwert sich über den Müller, der sich seiner Meinung nach mehr für die Mühle einsetzen müsste.
Der Altgeselle Lorenz (Wolfgang Fritz) würde die Mühle am liebsten gleich selbst übernehmen. Den Müller zu ermorden, schließt er nicht aus, um dieses Ziel zu erreichen. Die Näherin Henriette (Anne Oltmanns) hat das Handwerk von ihrem Vater, dem Schneider gelernt. Die Mehlsäcke zu flicken, ist für sie eine lästige Aufgabe. Hin und wieder darf sie ein Kleid für die Müllerstochter nähen.
Die Wäscherin Marie (Angela Bias) bekommt viel mit: Die Spitzenunterhose in der Wäsche gehört auf keinen Fall der Müllerin, die immer nur derbe Wollunterhosen trägt. Marie kann den Gästen so einiges erzählen. Auch die Magd Luise (Rosie Fanrow) kennt so manche Anekdote. Doch die heimwehgeplagte Frau kann nur an ihr Zuhause im Vogtland denken.
Die historischen Mühlenführungen finden hauptsächlich in plattdeutscher Sprache statt. Die nächsten Termine sind an diesem Sonntag, 29. März, jeweils um 12 und 15 Uhr können Besucher wieder in die Geschichte eintauchen. Weitere Führungen finden am Sonntag, 19. April, am Maifeiertag, am Himmelfahrtstag, am 14. Mai, und am Sonntag, 31. Mai, jeweils um 12 und um 15 Uhr statt.
