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Löschwesen In Holzschuhen zum Brandherd

Erhard Drobinski

Osterscheps - In diesem Jahr feiert die Freiwillige Feuerwehr Osterscheps ihr 80-jähriges Bestehen. Das Gründungsjahr 1934 beinhaltete allerdings nicht den Beginn des Feuerwehrwesens in der Bauerschaft, sondern eine Veränderung. Denn bereits im 19. Jahrhundert kümmerten sich in Scheps Männer darum, dass bei Bränden oder in anderen Notfällen Hilfe kam. 1934 wurde die damalige Pflichtfeuerwehr Osterscheps in eine Freiwillige Feuerwehr umgewandelt.

Diese und andere Informationen über das Osterschepser Löschwesen können Interessierte auch am Sonntag, 18. Mai, erfahren, wenn die Osterschepser Feuerwehrfrauen und –männer zu einem „Tag der offenen Tür“ in ihr Feuerwehrgerätehaus an der Hemeler Straße einladen. Hier hat die Feuerwehr seit 1950 ihr Domizil. Vorher war die Feuerwehr auf einem Grundstück gegenüber der Gaststätte Nemeyer zu finden.

„Familientradition“

Für einige Mitglieder hat das ehrenamtliche Engagement in der Feuerwehr Familientradition. Hinrich Bischoff trat 1961 der Einheit bei; sein Vater Hinrich Bischoff gehörte zu den 24 Männern, die 1934 die Freiwillige Feuerwehr in Osterscheps gründeten. Noch länger als Hinrich Bischoff sind Johann Sandstede und Hans-Gerd Oltmer dabei. Sie kamen 1952 zur Feuerwehr. Auch ihre Väter gehörten bereits zu den Schepser Feuerwehrleuten.

So gut ausgerüstet wie heute sei die Wehr, so berichten Sandstede und Oltmer, vor 60 Jahren nicht gewesen. Aus blauen Arbeitskitteln mit roten Streifen an Arm und Kragen bestanden damals die Uniformen. Um das Schuhwerk musste sich jeder selbst kümmern. Selbst in Holzschuhen seien damals manche Feuerwehrmänner zur Brandbekämpfung geeilt.

Schon während des Zweiten Weltkrieges hatten die Osterschepser ein Fahrzeug, auch wenn es ein offenes war. Neun Leute fanden darin Platz. Allerdings sei der Transport nicht sehr bequem gewesen. Die Männer standen auf der Fahrzeugfläche und mussten sich an Lederschlaufen festhalten, um während der Fahrt nicht vom Auto zu rutschen.

Augenzwinkernd wird auch gern folgende Begebenheit erzählt. Die Osterschepser waren einmal bei einem Moorbrand im Grenzbereich Scheps zu Altenoythe schneller vor Ort als ihre Kameraden aus dem Cloppenburger Raum. Als die Altenoyther eintrafen, gab es allerdings wenig Dank. „Was wollt ihr denn hier? Das ist unser Feuer!“ hätten die Ammerländer zu hören bekommen.

Die jungen Osterschepser Kameraden wie der 17-jährige Klaas von der Heide oder auch der 18-jährige Jannik Brötje lassen sich gern diese Geschichten erzählen. Ihr Feuerwehralltag ist natürlich ganz anders als der von Hinrich Bischoff, Johann Sandstede und Hans-Gerd Oltmer. Vor allem das feuerwehrtechnische Gerät und die Ausrüstung haben sich stark verändert. Für die jungen Feuerwehrleute sind aber nicht nur die Erzählungen aus den alten Zeiten interessant. Sie lernen auch von den älteren Kameraden, wie man sich in kritischen Situationen zu verhalten habe. Generationskonflikte gebe es nicht, wird betont.

Frauen in der Wehr

Seit einigen Jahren sind auch Frauen in der Wehr aktiv. „Als Frau ist es manchmal gar nicht so einfach, weil man ja die gleichen Ansprüche erfüllen will wie die Männer. Noch ist die Feuerwehr eine Männerdomäne“, sagt Elke Erhardt. Auch wenn die Gleichberechtigung noch nicht in allen Teilen umgesetzt sei, beeinträchtigt das allerdings nicht die Kameradschaft bei den Osterschepsern. Der Umgang ist alters- und geschlechtsübergreifend respektvoll. Davon können sich am 18. Mai auch die zahlreich erwarteten Besucher beim „Tag der offenen Tür“ überzeugen.

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