Middoge - Im „Störtebeker“ läuft es nicht rund: Zwar ist die Pension im Sommer gut gebucht, hat schöne Zimmer mit Meerblick und Wellenrauschen. Doch Wirt Piet Paulsen (Heiner Gralfs) ist in Sorge wegen des Testaments von Tante Adele: Die hat nämlich verfügt, dass auch Piets Bruder Paul von den Einnahmen aus der Pension profitieren soll – doch so richtig flüssig ist Piet nicht.

Mit dem Schwank „Störtebeker sütt rot“ hat Heike Büsing erneut ein tolles Stück für die Javenlocker Spölers geschrieben, in dem es deftig zur Sache geht. Sie führte auch Regie – und die Zuschauer der ersten beiden Vorstellungen am Wochenende in der Alten Pastorei Middoge amüsierten sich bestens und waren durchweg begeistert.

Und das liegt auch an der Leistung der Akteure: Gertrud Lübben und Emil Doden – sie als schwerhörige Elvira Janßen, er als leicht murriger Ex-Polizist Benno Janssen, die den Aufenthalt im „Störtebeker“ im Preisausschreiben gewonnen haben – kabbeln sich wie ein altes Ehepaar und reizen mit ihren Streitereien die Lachmuskeln.

Peter Fimmen glänzt als Jan, Mädchen für alles – besonders, wenn er am Ende die Pension in ein halbseidenes Etablissement verwandelt, in dem die roten Lichter blinken. Highheels und Netzstrümpfe stehen Peter Fimmen übrigens wirklich ausgesprochen gut. . .

Natürlich spielt auch die Liebe mit ins Stück hinein: Wirt Piet Paulsen verguckt sich in die fesche Babette Hansen (Ilka Hinrichs), nicht ahnend, dass sie ein doppeltes Spiel treibt.

Dann sind da noch Piets bester Freund Klaas (Frank Schroeder), Putz- und Küchenperle Lisa (Gaby Schoon) und Trina (Sigrid Tjarks), die ebenfalls kräftig mitmischen – und jederzeit für einen „Störtebeker Spezial“ zu haben sind.

Nur, wie der zwielichtige Holländer da ins Bild passt, wird nicht verraten. Nur so viel: Nach viel Trubel wird am Ende des Heimatabends mit ordentlich „Schluck“ alles gut.