Schortens - Eigentlich ging es zunächst nur darum, für die eigenen Kinder Freizeitmöglichkeiten zu schaffen. „Und wenn die Leute nicht zu uns kommen, müssen wir eben zu ihnen gehen. Das war die Grundidee, als wir damals in einer Gruppe von Eltern mit Kindern mit Behinderung zusammensaßen“, erinnert sich Margret Finken­städt an die Anfänge der „Lebensweisen“. Und so gingen sie gezielt auf Vereine und Institutionen zu und fragten an, ob man nicht etwas gemeinsam machen könnte.

Das war vor genau zehn Jahren. Und was sich daraus in den folgenden Jahren entwickelte, übertraf wohl auch die kühnsten Erwartungen der Elterngruppe. Fast alle Vereine und Institutionen der Stadt zogen mit. Von den Landfrauen über Sportvereine bis hin zur Volkshochschule konnten sie Partner gewinnen und beispielhafte Projekte realisieren. So ist sicher das Musical „Miau“ unvergessen, das die Gruppe zusammen mit der Academy of Dance Jever auf die Bühne gebracht haben.

Aber sie hatten schon damals ganz große und kühne Träume: Eine Wohn- und Arbeitsstätte im Barkeler Busch wünschten sie sich, hatten aber nicht wirklich einen Plan, wie das zu verwirklichen sein könnte. Dank der Partnerschaft mit der GPS steht heute die Arbeitsstätte da. Und Lothar Steinbach, Leiter der GPS-Werkstätten in Jever, konnte auf der Geburtstagsfeier ankündigen: „Ich gehe davon aus, dass wir noch in diesem Jahr den ersten Spatenstich für die Wohnstätte machen und 2015 den Bau einweihen können.“

Mit dem Café „Suutje“, das von der Gruppe betrieben wird, und der „Langsamstraße“ und ihren Verweilstationen sind weitere Träume in Erfüllung gegangen. Und mit der Langsamstraße bewerben sich die Lebensweisen gerade um den Titel „Deutschlands schönste Straße“ – wohl auch mit guten Erfolgsaussichten.

Und auch weitere Projekte sind in der Vorbereitung. So planen die Lebensweisen eine Zusammenarbeit mit der Cäcilienschule in Wilhelmshaven. Einen „etwas anderen“ Leseclub stellen sie zusammen mit der Volkshochschule im September vor. Auch ihre Öffentlichkeitsarbeit wird um einen Aspekt bereichert. Mit einem Airbrush-Gerät werden die Lebensweisen auf Festen in der Region vertreten sein und Menschen mit Tattoos verschönern – allerdings nur mit durch Schablonen aufgesprühten Mustern.