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Konzert Integration mit Laute und Fußball

Ahlhorn - Ein bisschen syrische Heimat. Die hat der Flüchtling Khaled Ali immer dann im Gepäck, wenn er seine Saz dabei hat. Die schwarz-rote Langhalslaute bringt die arabische Welt mit jedem Schlag der Saiten in seine neue Heimat Ahlhorn.

Dass diese leicht orientalisch klingende Musik auch die Leute in seinem neuen Umfeld begeistert, hat Khaled Ali schon festgestellt. Im April hatte er seinen ersten Auftritt mit der Saz auf dem Frühlingskonzert des katholischen Kirchenchores Herz-Jesu in Ahlhorn.

Damit fiel der Startschuss für das Projekt „Bündnis für Musik“. Ziel ist es, mehr Flüchtlinge in die Gemeinschaft des Chores zu integrieren. Es gelte, die Kontaktaufnahme für beide Seiten zu erleichtern, Vorurteile abzubauen und zu erreichen, dass sich Flüchtlinge schneller heimisch fühlen, sagt die Vorsitzende des katholischen Kirchenchores Herz-Jesu, Maria Wübbeler. „Mittlerweile haben wir sechs Nationalitäten in unserem Chor“, freut sie sich über die gelebte Willkommenskultur.

Musik und Sport

Aber bei der gemeinsamen Musik soll nicht Schluss sein. Wübbeler plant in Zusammenarbeit mit der Fußballabteilung des Ahlhorner Sportvereins weiter. Der nächste Schritt lautet „Bündnis durch Musik und Sport“ und soll mit einem interkulturellen Musikfest am Sonnabend, 15. Oktober, auf der Tribüne im Hans-Jürgen Beil-Stadion, Zum Sportzentrum in Ahlhorn, gefeiert werden.

„Im Mai haben wir uns zusammengesetzt und die Idee mit dem Konzert besprochen. Schnell war klar, dass wir hier im Stadion die perfekte Infrastruktur für ein solches Musikfest bieten können“, erläutert Fußball-Abteilungsvorsitzender Ludger Stratmann. Die Sportler hoffen natürlich auch, Nachwuchskicker für die eigenen Reihen zu finden. Denn genau wie fürs Musizieren müsse man fürs gemeinsame Kicken nicht dieselbe Sprache sprechen.

Auch Seham Cercur ist beim Fest in Ahlhorn mit dabei. Die gebürtige Syrerin lebt seit mehr als 30 Jahren in Deutschland und wird, genau wie Khaled Ali, arabische Klänge mit auf die Tribüne bringen. Sie ist Teil einer Tanzgruppe, die sich einmal wöchentlich im Mehrgenerationenhaus in Wildeshausen trifft. Dort erlebe sie jede Woche, wie Musik die Teilnehmer unterschiedlicher Herkunft verbinde. „Durch die Gruppe kommen die Flüchtlinge raus aus der Isolation und lernen Deutschland und andere Kulturen kennen.“

Als sie gefragt wurde, ob sie beim Musikfest mit ihrer Gruppe teilnehmen wolle, war sie sofort dabei. Und dass, obwohl die Tanzgruppe erst seit Kurzem existiert. Extra für das Fest werden nun Kostüme genäht.

Viele Nationalitäten

Neben Saz-Spieler Khaled Ali, der Gruppe von Seham Cercur und dem Kirchenchor Herz-Jesu wird das Programm unter anderem durch einen Trommler von der Elfenbeinküste, eine vietnamesische Gesangsgruppe und Trompetenklänge bereichert. „Alle Musikrichtungen querbeet sind vertreten“, bringt es Chorvorsitzende Wübbeler auf den Punkt.

Das interkulturelle Musikfest in Ahlhorn findet am Sonnabend, 15. Oktober, von 15 bis 18 Uhr statt. Der Eintritt ist kostenlos, die beiden Vereine freuen sich aber über Spenden. Damit sollen Gitarren angeschafft werden, um Flüchtlingen Musikunterricht zu geben.

Mareike Fangmann
Mareike Fangmann Redaktion Münsterland
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