Oldenburg - Da fehlte nicht viel: Ein paar Sitzplätze mehr verkauft, und das Oldenburgische Staatstheater hätte für die 11. Internationalen Tanztage eine hundertprozentige Auslastung verzeichnen können. So waren es „nur“ 99,6 Prozent – 7500 Zuschauer –, die Generalintendant Markus Müller am Montag verkünden konnte – zufrieden mit dem Ergebnis, das nur leicht unter dem von 2011 lag.

Für den Intendanten waren die Tanztage, die vom 9. April bis zum vergangenen Sonnabend stattfanden und von Festivalchef Honne Dohrmann organisiert wurden, so etwas wie eine „Frühlingswonne“. Nicht zu vergessen das „Bayreuth-Feeling“, das die Tanztage dem Intendanten immer wieder bescheren: Hervorgerufen von mit Schildern bewaffneten Besuchern, die vor dem Eingang standen und bis zuletzt hofften, doch noch an Karten zu kommen.

Publikumshit des diesjährigen Festivals war zweifellos das Nederlands Dans Theater, das Müller zufolge schon vor Weihnachten in wenigen Stunden ausverkauft war. Und so war jeder der 577 Sitzplätze und alle 47 Stehplätze im Großen Haus besetzt. Fast ebenso gut verkauft (622 Karten) war „Ghost Track“, ebenfalls im Großen Haus, der niederländischen Compagnie Leine Roebona, die sich mit drei indonesischen Tänzern zusammengetan hat. Gleich dahinter der belgische Choreograf Wim Vandekeybus und das Ensemble Ultima Vez (611 Karten). Müller selbst war am stärksten von der Compagnie Peeping Tom aus Belgien beeindruckt, die ihre Choreografie „32 Rue Vandenbranden“ zweimal im Großen Haus (1075 Karten) zeigte: „Das war atemberaubend, poetisch, einfach großartig.“

Dass Markus Müller Mitte 2014 ans Staatstheater Mainz wechselt, hat für die Zukunft der Tanztage keine Auswirkung. Schon jetzt würden die Sponsoren angeschrieben, denn das Festival werde fast ausschließlich mit Drittmitteln finanziert, sagt Müller. Unter welcher personellen Leitung es unter der neuen Intendanz von Christian Firmbach weitergeht, ist aber derzeit noch völlig offen.