• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Markt
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Events
  • Tickets
  • nordbuzz
  • FuPa
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Nachrichten Kultur

Endlich! Theater entert für sechs Wochen das Zelt am Hafen

18.05.2018
Frage: Warum zieht das Staatstheater überhaupt vorübergehend in ein Zelt um?
Christian Firmbach: Stadt und Land haben 11,2 Millionen Euro für den Brandschutz des Staatstheaters bereitgestellt. In den vergangenen Jahren konnten wir die notwendigen Bauarbeiten in die Sommerpausen legen. Diesmal reichen die Ferien nicht aus, es sind zu viele abschließende Bauarbeiten zu erledigen – deshalb verlassen wir sechs Wochen früher das Haus.
Frage: Wurden auch alternative Spielstätten geprüft?
Christian Firmbach BILD: T. Frick

Über 40 Vorstellungen am Theaterhafen – Viel Spaß und Spiel

Das Staatstheater startet an diesem Samstag um 19 Uhr mit der Premiere „Alice im Wunderland“ in der Ausweichspielstätte im Uferpalast am Theaterhafen (Rheinstr. 35); dafür gibt es nur noch Restkarten. Eröffnet wird das Gelände mit einer Feier bereits ab 11 Uhr. Am 1. Juli endet nach über 40 Vorstellungen das Gastspiel. Karten: Telefon 0441/222 51 11

Im Zelt darf wie zu Shakespeares Zeiten gegessen und getrunken werden. Das gesamte Gelände soll mit Gastronomie, Spiel und Spaß für viel Vergnügen sorgen.

Christian Firmbach (50) ist seit 2014 Generalintendant des Staatstheaters. Sein Vertrag wurde im vergangenen Jahr bis 2024 verlängert.

Firmbach: Ja, wir haben einige Hallen angeschaut, fanden die aber nicht so charmant und verführerisch, wie es sich für ein Theater gehört. Dann haben wir uns ein Zelt vorgestellt. Und wenn schon Zelt, sagte ich, dann richtig. Das berühmte Zirkus-Zelt von Roncalli! Das schönste nostalgischste Zelt der Welt! Und das haben wir ja auch bekommen.
Frage: Erst war das Zelt, dann kam der Platz dafür?
Firmbach: Genauso war es. Wir haben die Gelände geprüft, darunter die Dobbenwiese oder den Raum vor dem ehemaligen Landtag in Oldenburg. Aber das war alles viel zu kompliziert, auch wegen einer möglichen Lärmbelästigung. Dann fiel uns der Platz von ehemals Rhein-Umschlag am Hafen auf – das war die Lösung!
Frage: Was fasziniert an einer industriellen Brache?
Firmbach: An der Stelle war im Prinzip noch keine Oldenburgerin und kein Oldenburger, das ist mal die andere Hunte-Seite! Da blickt man anders auf die Silhouette Oldenburgs. Alles ist stadtnah am Fluss, dazu ein schönes Zelt und viel Platz – eine ideale Situation. Damit es so richtig schön wird, haben wir unter anderem 190 Tonnen Sand für einen Strand hingekarrt.

Frage:
Warum heißt es eigentlich „Uferpalast“?
Firmbach: Wir möchten das Maritime von Oldenburg betonen. Man könnte von hier aus ohne Aussteigen direkt nach New York kommen! Das Areal am Hafen heißt für uns nun „Theaterhafen“ und das Zelt wurde zum „Uferpalast“.
Frage: Wie schwierig ist es, wie zu Shakespeares Zeiten in einem Rund, in der Zirkusmanege, Theater zu spielen?
Firmbach: Das ist eine ganz neue Erfahrung für alle. Man muss immer im Kreis denken und oft eine neue Situation schaffen. Schnelle Nummern sind gefragt. Lange Dialogszenen müssen klar gebaut sein und benötigen viel Interaktion, auch mit dem Publikum.
Frage: Wie sieht es mit der Akustik aus?
Firmbach: Wir nutzen Mikrofone, ohne würde es nicht funktionieren. Wir setzen auch sehr viel Musik ein.

Lesen Sie auch: Alice im Wunderland – Folge dem weißen Kaninchen
Frage:
Sind die sechs Wochen am Theaterhafen eine zusätzliche finanzielle Belastung für den Etat?
Firmbach: Das Land unterstützt uns in der Ausweichspielstätte mit einer Kompensationssumme von 220 000 Euro. Das Zelt fasst knapp 1000 Plätze, doppelt so viel wie wir sonst im Großen Haus haben. Wir hoffen dadurch auf höhere Einnahmen, zudem haben wir viele Partner in Oldenburg und Umgebung, die uns bei dem Projekt unterstützen. Daher kalkulieren wir mit einer Schwarzen Null.
Frage: Das Gelände wird nicht nur vom Theater genutzt?
Firmbach: Viele Vereine und Organisationen werden das Gelände für besondere Aktionen nutzen: Die EWE-Baskets veranstalten am Pfingstsonntag ein Family Cup, das Cine K zeigt Filme, der Tweed Run startet am Theaterhafen, diverse Shanty Chöre singen auf der Außenbühne und die AWO veranstaltet einen Beach Camp Tag mit Stockbrotbacken und einem Besuch von Keno Veith. Letztlich ist das Ganze eher Chance als Einschränkung. Intern freuen wir uns im Theater alle riesig. Das ist wie ein Theaterfest, das sechs Wochen dauert.
Dr. Reinhard Tschapke
Redaktionsleitung
Kulturredaktion
Tel:
0441 9988 2060

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.