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Interview „Das haben wir noch nie gehört“

Christina Sticht

FRAGE:

Wenn es um klassische Musik geht, haben viele Menschen Scheu oder Vorurteile. Was tun Sie dagegen?

SCHORMANN

: Für viele ist es abschreckend, wenn man anderthalb Stunden still sitzen und zuhören muss. Bei unseren Erlebnis- und Wandelkonzerten kann man sich bewegen. Die Musik erschließt sich oft über den Ort. Ich erinnere mich an eine Szene im Stahlwerk Georgsmarienhütte 2010. Da sagten zwei junge Leute in der Reihe hinter mir: „Mensch, so was haben wir noch nie gehört, das ist ja völlig irre.“ Die wollten sich nur das Stahlwerk angucken und waren dann völlig begeistert von der Komposition von Luigi Nono. Dabei ist zeitgenössische Musik nicht etwas, auf das man sofort anspringt.

FRAGE:

Zum Jubiläum laden die Niedersächsischen Musiktage ins Stadion von Hannover 96 ein, zu den Zeitwächtern nach Braunschweig und in die Grimmershörnbucht nach Cuxhaven. Ist das Verlassen der klassischen Konzertsäle Ihr Markenzeichen?

SCHORMANN

: Wir möchten ein Konzertpublikum über die schon bestehenden Klassikfreunde hinaus erreichen. Uns geht es um Menschen, die Spaß haben, ein Experiment zu wagen. Ein kleiner Entdecker steckt ja fast in jedem. Wir möchten das Musikland Niedersachsen voranbringen, indem wir spannende, innovative Formate anbieten. Die Musik ist auch ein Tourismusfaktor. Unser PartiTouren-Programm mit Konzert-Kurzreisen soll zeigen, dass es sich lohnt, wegen eines musikalischen Programms an einen Ort zu fahren und diesen zu entdecken, etwa das zauberhafte Schloss Hämelschenburg im Weserbergland.

FRAGE:

Niedersachsen will sich mit zahlreichen Programmen als Musikland profilieren. Trägt dieses Engagement schon Früchte?

SCHORMANN

: Vor 25 Jahren gab es noch nicht so viel Musik im Land. Wir haben mit dazu beigetragen, dass sich überall in der Fläche hochkarätige Musikprogramme entwickelten. Bei den Musiktagen geht es uns darum, vor Ort möglichst viele Menschen als Partner einzubinden: die Sparkassen als Mitveranstalter, lokale Chöre, Musiker, Bands, Spielmannszüge. Es sollen langfristige Netzwerke entstehen.

FRAGE:

Musste erst das Musikland Niedersachsen erfunden werden, damit Kinder wieder mehr singen und musizieren?

SCHORMANN

: Ich glaube, das war nie ein Problem der Kinder, sondern der Eltern, der heutigen Mittvierziger. Mittlerweile ist sich die Generation bewusst, dass es schade ist, nicht zu singen.

FRAGE:

Auf welches der 70 Konzerte freuen Sie sich persönlich am meisten?

SCHORMANN

: Besonders freue ich mich auf „Das Spiel hat 90 Minuten“ in der AWD-Arena: 800 Musiker bringen das Stadion zum Klingen.
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