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INTERVIEW „Der Stab steht bei mir am Bett“

Von Thorsten Langenbahn

Frage:

Warum können die Saterländer besser Karneval feiern als die Rheinländer?

Haak:

Warum? Weil es einfach hundertprozentig ist hier. Es ist gemütlich, wir haben den Saal immer voll und die Leute kommen auch von auswärts hierher. Außerdem haben wir in Scharrel einen guten, alten Zeremonienmeister.

Frage:

Der Sater-Ems-Carneval-Club Scharrel feiert dieses Jahr zum 35. Mal Karneval. Wie lange sind Sie schon dabei?

Haak:

Seit 1981 bin ich Zeremonienmeister. Seitdem hole ich die Leute rein. Ich muss etliche Kilometer machen – und ich mache es mit Vorliebe! Musik und Zeremonienstab, das sind meine Hobbys.

Frage:

Wie sind die Reaktionen des Publikums auf ihre Auftritte?

Haak:

Die Leute

freuen sich immer, dass ich noch da bin. Ich habe schon oft gefragt: „Wollt ihr einen jüngeren Zeremonienmeister?“ – „Um Gottes Willen, Du musst bleiben“, sagen die dann.

Frage:

Geben Sie den Stab nicht mehr ab?

Haak:

Den Stab habe ich schon jahrelang, der steht bei mir im Schlafzimmer am Bett. Einer ist im Verein, Karl-Heinz Burdorf, der fragt mich oft: „Heini, wie lange machst Du das noch? Ich möchte den Stab haben.“ Dann sage ich: „Karl-Heinz, den Stab kriegst Du nicht.“

Frage:

Wie lange wollen Sie den Stab noch tragen?

Haak:

Das mache ich noch so lange, bis sie mich im Rollstuhl schieben. Aber ich bin noch fit, auch mit 84 Jahren.

Frage:

Lassen die hübschen Funkenmariechen einen auch mit 84 Jahren nicht kalt?

Haak:

Ich freue mich immer, dass sie da sind. Alle paar Jahre kriege ich Neue an die Seite. Jetzt habe ich schon wieder ein paar Neue.
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