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INTERVIEW Erfolgreich klauen mit richtigem Stich

Von Sven Franzek

Frage:

Herr Scherschanski, warum macht man sich eigentlich die Mühe, zum 1. Mai einen schweren Baumstamm in schweißtreibender Arbeit in die Höhe zu hieven?

Scherschanski:

Na, weil es alle so machen (lacht). Das hat einfach mit Tradition zu tun. Außerdem ist es eine schöne Möglichkeit, sich entspannt in großer Runde im Dorf zu treffen. Sonst haben wir hier in der Gegend nur noch das Osterfeuer, das eine vergleichbare Gelegenheit bietet.

Frage:

Da steckt doch sicherlich einiges an Vorbereitungen hinter, einen Maibaum aufzustellen.

Scherschanski:

Jedes Jahr schlagen wir eine etwa drei Meter hohe Birke. Diese befestigen wir an einen sieben Meter hohen Metallbaum . . .

Frage: . . .

das klingt ziemlich schwer . . .

Scherschanski:

Ist es auch. Wir benötigen etwa elf Leute, um den Maibaum aufzustellen. Die Fußballmannschaft der Sportgemeinschaft Bookhorn setzt sich hier mit geballter Kraft ein.

Frage:

Wie sieht es mit dem Kranz aus?

Scherschanski:

Den binden die Frauen der Gymnastikabteilung der SG Bookhorn, die fleißig Hand anlegen. Die Kranzkrone ist 1,50 Meter hoch, hat einen Durchmesser von circa 1,20 Metern und ist ebenfalls recht schwer.

Frage:

Maibaumbesitzer werden es in der Nacht nicht einfach haben. Mit Diebesbanden ist zu rechnen . . .

Scherschanski:

Das ist wohl wahr. Wer einen Maibaum klauen will, macht sich mit Axt oder Spaten auf den Weg. Schaffen sie es, drei Spatenstiche oder Hiebe am Baum zu setzen, gilt dieser als geklaut.

Frage:

Was passiert dann?

Scherschanski:

Der Baum kann dann mitgenommen werden. Manche stellen sich einen erfolgreich geklauten Maibaum als Trophäe neben den eigenen Baum. Dass die ergatterte Beute aufgrund ihrer Größe und Schwere mitunter schwierig zu transportieren ist – das ist nochmal eine ganz andere Sache. Ausgelöst wird ein Baum in der Regel durch einige Kästen Bier.

Frage:

Die gibt man ja ungern freiwillig her. Wie verteidigen Sie denn Ihren Baum, damit es erst gar nicht zum ,Ablösebier’ kommen muss?

Scherschanski:

Wir setzen eine Nachtwache ein. Die muss dann bis zum Sonnenaufgang ein Auge auf den Maibaum werfen – bis dahin darf er geklaut werden. Dabei gehen wir aber keine waghalsigenVerteidigungsmanöver ein. Fairness steht an erster Stelle.

Frage:

Haben Diebe es schon mal geschafft?

Scherschanski:

Vor Jahren ist die Nachtwache von Müdigkeit übermannt worden. Als sie dann morgens wieder aufwachten, schauten sie verdutzt: Der Baum war weg.
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