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Zur Person
Yared Dibaba
wurde 1969 in Äthiopien geboren und ist in Falkenburg (Gemeinde Ganderkesee, Landkreis Oldenburg) aufgewachsen.
2007 übernahm
er die Nachfolge von Eva Hermann und moderierte zusammen mit Bettina Tietjen die Talkshow „Die Tietjen und Dibaba“. Am 29. September ist er wieder in seiner neuen Sendung „Land und Liebe“ zu sehen. Außerdem moderiert er mit Julia Westlake „Die Welt op platt“.
Von Esther Rothstegge
Frage:
Herr Dibaba, wie ist das, mal keine Fragen zu stellen, sondern sie zu beantworten?
Dibaba:
Auch schön. Das ist gut. Ich achte jetzt auch nicht darauf, wie Sie die Fragen stellen. Ich kann mich dabei ganz gut entspannen.
Frage:
Ihre letzte Talkshow „Die Tietjen und Dibaba“ haben Sie bereits hinter sich. Sind Sie traurig?
Dibaba:
Nein, weil ich eine neue Sendung moderiere und ja, weil ein Abschnitt zu Ende geht.
Frage:
Gab es eine Sendung, die Ihnen besonders gut in Erinnerung geblieben ist?
Dibaba:
Das ist jetzt die Frage nach dem Lieblingsgast. Aber den gab es eigentlich nicht. Jede Sendung hatte ihren eigenen Charakter. Und es war jedesmal spannend und schön, die Gäste, über die man vorher gelesen hatte oder die man nur aus dem Fernsehen kannte, persönlich kennenzulernen.
Frage:
Warum haben Sie dann mit der Sendung aufgehört? Das war doch Ihre Entscheidung, oder?
Dibaba:
Ja, das war es. Ich drehe weitere Folgen von „Die Welt op Platt“ und habe „Land und Liebe“ übernommen. Das wäre mit der Talkshow zu viel geworden. Gerade weil ich für „Die Welt op Platt“ sehr viel reise. Das wäre terminlich sehr kniffelig geworden. Und ich wollte mit „Land und Liebe“ mal etwas Neues ausprobieren. Das ist ein schönes Format, so schön norddeutsch.
Frage:
Das müssen Sie jetzt aber erklären.
Dibaba:
Das Format ist in Norddeutschland angelegt, wir vermitteln norddeutsche Singles, die auf dem Land leben. Und die meisten snacken auch noch Platt. Mehr geht nicht.
Frage:
Sie sprechen gern Platt, oder?
Dibaba:
Sehr gern.
Frage:
Woher kommt das?
Dibaba:
(lacht) Das ist eine gute Frage. Ich bin in Norddeutschland groß geworden. und freue mich immer, Plattdeutsch zu hören oder zu snacken. So oft hört man das ja nicht mehr, wenn man in Hamburg in der Stadt lebt. Jeder Snack auf Plattdeutsch weckt in mir Heimatgefühle.
Frage:
Wo haben Sie denn Plattdeutsch gelernt?
Dibaba:
Ich war in einem plattdeutschen Kinderchor, habe an plattdeutschen Lesewettbewerben teilgenommen und mich einfach für die Sprache interessiert. Schon als kleines Kind liebte ich Sprachen. Mit zehn Jahren konnte ich fünf Sprachen.
Frage:
Fünf Sprachen? Welche sind das denn?
Dibaba:
Oromo, meine Muttersprache, Amharisch, die offizielle Sprache Äthiopiens, Englisch, Deutsch und Swahili.
Frage:
Und inzwischen ist was dazugekommen?
Dibaba:
Nicht mehr ganz so viel. Swahili ist inzwischen weg. Dafür habe ich Französisch in der Schule gelernt und Spanisch während meiner Ausbildung zum Groß- und Außenhandelskaufmann bei einem Rohkaffee-Importeur in Bremen.
Frage:
Zurück zu „Land und Liebe“. Was ist denn für Sie das Besondere an dieser Sendung?
Dibaba:
Ich kann mit Leuten snacken. Und es ist spannend, ob es tatsächlich funkt zwischen den Singles. Wir sind in ganz Norddeutschland unterwegs. Papenburg, Fehmarn, Worpswede, da sieht man viel, das hat auch seinen besonderen Reiz. Man muss im Sommer gar nicht nach Mallorca fahren, man kann auch im Norden sehr schön Urlaub machen.
Frage:
Sie scheinen ein richtiger Norddeutschland-Fan zu sein. Was gefällt Ihnen so am Norden?
Dibaba:
Die Mentalität der Menschen. Vor allem die Ostfriesen sind sehr weltoffen. Und ich mag die platte Landschaft, besonders im Sommer, wenn alles grün ist. (lacht) Ich finde es sogar schön, wenn es nach Gülle riecht.
Frage:
Und das beschreiben Sie auch in Ihrem Buch?
Dibaba:
Nein, in „Der Heimatforscher“ geht es um die Menschen, die wir bei „Die Welt op platt“ getroffen haben, aber auch um meine Geschichte. Ein Blick hinter die Kamera also.