Sillenstede - Es steht nicht wirklich gut um das Grand Hotel d’Amour. Es ist zwar das erste Haus am Platz, aber auch das einzige. Und früher kamen auch Gäste. Und als sich dann noch die neue Besitzerin ankündigt, um ihr Erbe zu begutachten, muss etwas geschehen. Das ist die Ausgangssituation des turbulenten Jubiläumsstücks der Friesenspieler des Sillensteder Dorftheaters.
Für Vincent Gruber (Jürgen Paul), den schwul-schusseligen Hotelmanager, wird es brenzlig. Gäste müssen her. Da kann der eifrige Page Max (Florian Ullrich) helfen. Der Tankwart im Ort schuldet ihm noch einen Gefallen. Und schon strömen die Gäste ins Haus. Alle haben im Ort getankt und anschließend ist ihr Auto stehengeblieben. Doch das wissen sie nicht.
Und was da so ins Hotel gespült wird, rechtfertigt durchaus den verzweifelten Ausruf Grubers: „Das ist ’ne Klapse auf Wandertag.“ Da sind der Fleischermeister Eiswein (Mit vollem Einsatz: Alfons Birner) mit einer Ladung Schweinehälften auf dem Weg zum Wettbewerb „Fleischer sucht Frau“, der exzentrische Kammersänger Cabanelli (Thomas Pietsch) samt Bewunderin (Hanna Schuster) und Möchtegern-Sängerin (Bärbel Jakob). Selbst seine eifersüchtige Ehefrau (Gaby Lonkwitz) ist ihm auf den Fersen.
Und da soll Erbin Pamela Hülten (Margrit Walter) Verkaufsverhandlungen über ihren „Schuldenturm“ führen. Dass sich am Ende doch noch alles zum Guten wendet – jedenfalls für einige – liegt nicht nur am Investor Paule (Gerd Thomßen), sondern ganz entscheidend an seiner Begleiterin Trixie (Julia König). Die hat dann doch mehr drauf als: „Halt die Klappe und schau einfach nur gut aus“. Aber das sollte man sich eigentlich selbst ansehen.
Zehn Jahre voller Klamauk und Spielfreude haben die Friesenspieler inzwischen unter Regie von Martina Minkner auf „dem Buckel“ – und richtige Typen haben sie hervorgebracht.
So wären ihre alljährlichen Stücke ohne den schrillen und lauten Alfons Birner oder Jürgen Paul, Thomas Pietsch, Gerd Thomßen und Julia König gar nicht denkbar. Und das feierten die Spieler dann auch mit Gesang und Reden vor dem Stück und einer kleinen Disco danach.
Weitere Aufführungen in Sillenstede gibt es am 22., 23. sowie am 27. Februar und am 2. März, jeweils ab 20 Uhr. Am 3. März mit Kaffee und Kuchen ab 15 Uhr. Und auch die Schortenser dürfen sich freuen. Die letzte Aufführung findet am 10. März im dortigen Bürgerhaus statt.
